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Mehr als 700 Bäume hat der Lippeverband in den vergangenen drei Tagen am Rapphofs Mühlenbach in Altendorf und auf Gelsenkirchener Gebiet fällen lassen.

Am Rapphofs Mühlenbach

Lippeverband ließ 700 Bäume fällen

Altendorf-Ulfkotte - Mehr als 700 Bäume hat der Lippeverband in den vergangenen drei Tagen am Rapphofs Mühlenbach in Altendorf-Ulfkotte und auf Gelsenkirchener Gebiet fällen lassen. Grund: Das Gewässer wird in den kommenden drei Jahren ökologisch umgestaltet.

„Wir wollen im Sommer mit den Arbeiten für die Bachbett-Regulierung und die ökologische Verbesserung des Rapphofs Mühlenbach beginnen“, erklärte Michael Steinbach, Sprecher des Lippeverbandes. Die Baumfällaktion war nach seinen Worten aber nicht nur wegen der naturnahen Umgestaltung des Gewässers notwendig.

Kampfmittelräumdienst

Denn: „Bevor die Bagger zum Baustart anrücken, tritt nämlich der Kampfmittelräumdienst in Aktion, um mögliche Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg aufzuspüren“, so Steinbach. „Um den späteren Baubereich großflächig untersuchen zu können, müssen die Bäume weichen.“ Übrigens: Wieder-Aufforstungen gibt es später laut Michael Steinbach nur „punktuell“ und nicht mehr in der vorherigen Größenordnung: „Wir lassen der Natur da ihren Lauf.“

Der Rapphofs Mühlenbach gehört zu den größeren Nebenläufen der Lippe. Er wird in Gelsenkirchen-Hassel gebildet und fließt nahe des Dorstener Yachthafens in die Lippe. Er wird in Dorsten in den nächsten Jahren sein Gesicht komplett verändern. So wird aus Hochwasserschutzgründen der Unterlauf rund um den Barloer Busch in der Feldmark verlegt.

Auf zwei Kilometern Länge

Zunächst stehen aber in den kommenden drei Jahren im Grenzgebiet Altendorf/Gelsenkirchen auf einer Länge von zwei Kilometern die bereits erwähnten Arbeiten an. Die Baumaßnahme befindet sich zwischen den Bach-Kilometern 4,4 und 6,3, ungefähr zwischen den beiden „Altendorfer Straßen“ in Dorsten und Gelsenkirchen und im Bereich des Senkungssees nahe der Stadtgrenze.

Auf dieser Senkungsfläche will der Lippeverband die Abflussstörungen beseitigen. Deswegen wird die Gewässersohle insgesamt auf rund 1900 Metern vertieft. „Außerdem wird dem Rapphofs Mühlenbach wieder mehr Raum gegeben, sich selbst zu entwickeln sowie ökologisch wertvolle Wasserwechselzonen und kleine Biotope zu bilden“, erklärte Michael Steinbach.

Brücken und Versorgungsleitungen

Querende Brücken und Versorgungsleitungen müssen dabei an die neu gestaltete Gewässertrasse angepasst werden. „Die Kosten von rund neun Millionen Euro trägt die RAG AG als Verursacherin“, so Michael Steinbach. Er wies darauf hin, dass die Fällarbeiten nach dem Naturschutzrecht vor Beginn der Brutzeit bis Ende Februar erfolgen mussten und vom Kreis Recklinghausen genehmigt worden seien. Wann die 20 Millionen Euro teure Verlegung des Bachverlaufs zwischen Altendorf und der Lippe ansteht, ist noch unklar. „Das ist ein sehr komplexes Verfahren, da befinden wir uns noch in den Planungen.“

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