+
Gut 20 Anlieger verfolgten die Bürgerversammlung im Kanutenheim.

Anwohner-Versammlung

In Östrich wird eine neue Kanalbrücke gebaut

Östrich - Wer noch immer Zweifel an der Notwendigkeit des Östricher Brücken-Neubaus hatte, den belehrten die Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Meiderich eines Besseren.

Starke Rostschäden an den Spannstählen und heftige Risse im Beton zeigten sie in ihrer Präsentation auf – was an dem qualitativ schlechten Material liegt, das in den 1950er-Jahren dort verbaut worden sei.

Trecker sind zu schwer

Zudem ist für die Kanalbrücke lediglich eine Traglast von zwölf Tonnen erlaubt. „Moderne Trecker erreichen dieses Gewicht schon ohne Anhänger“, erläuterte Projektleiter Udo Kaiser am Mittwoch (25.3.) in der Bürgerversammlung im Vereinsheim der Kanufreunde Gladbeck am Fuße des maroden Kanal-Überwegs in Östrichs. „Wenn wir das Bauwerk retten könnten, würden wir hier nicht sitzen“, betonte Amtsleiter Hermann Poppen. Die Bauwerksprüfung habe eine Benotung von 3,3 ergeben. „Da besteht Handlungsbedarf.“

Die Brücke würde sich ansonsten der Note 4,0 nähern. „Das würde dann die Schließung bedeuten“, so Poppen. Und so soll 350 Meter westlich in Richtung Gahlen eine neue Brücke gebaut werden. Kosten inklusive Wegeausbau inklusive Rampen und Abriss des alten Bauwerks: 3,5 Millionen Euro. Aus den Reihen der Anlieger kam nur wenig Kritik. Die Vertreter des Wasser- und Schifffahrtsamtes konnten diese vereinzelten Einwürfe mit ihren Argumenten aus dem Weg räumen. Mehrere Varianten sind nach Angaben des Projektteams durchgespielt worden:

  1. Wegfall der Brücke: „Das geht nicht, da sie von durchschnittlich 100 Fahrzeugen pro Tag frequentiert wird“, sagte Amtsleiter Poppen: „Deswegen hat die Stadt einen Rechtsanspruch auf die Verbindung.“
  2. Die neue Brücke direkt rechts oder links neben die bestehende setzen: Keine Option, da ansonsten das Kanuheim oder die ehemaligen „Schult im Anker“-Gebäude abgerissen werden müssten.
  3. Und die neue Brücke an die Stelle der jetzigen bauen? Für die Vertreter des Wasser- und Schifffahrtsamtes auch keine Lösung. Erstens, weil es finanziell keine Entlastung sei: „Weil bei der neuen Brücke eine Durchfahrtshöhe von 5,75 Meter notwendig ist, müssten wir in dem Fall ebenso die Rampen neu bauen.“ Und zweitens: „Während der gesamten anderthalbjährigen Bauzeit käme dann kein Fahrzeug hier zu den Campingplätzen hinüber – der Weg über Gahlen wäre für die Rettungsfahrzeuge im Falle eines Falles zu lang“, so Udo Kaiser. 100 Meter weiter nach Westen gibt es einen Düker und eine Pumpstation – diese Alternative fällt also auch weg. Deswegen habe man sich für Variante 5 entschieden. Ungefähr in Höhe des Zuweges zum Bauernhof Benninghoven soll der Brückenschlag erfolgen. „Da gibt es am wenigsten Eingriffe in die Natur und hier sind die technischen Voraussetzungen besser.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Die Stille des Sonntags - kein Jubel, kein Tackling, kein Fußball
Die Stille des Sonntags - kein Jubel, kein Tackling, kein Fußball
Not der Wohnungslosen wird noch größer - so können Sie helfen
Not der Wohnungslosen wird noch größer - so können Sie helfen
Zwölf Autos standen in Bochum lichterloh in Flammen
Zwölf Autos standen in Bochum lichterloh in Flammen
Mitten im Corona-Chaos: Das tägliche Tagebuch zum Ausnahme-Zustand – Teil 12
Mitten im Corona-Chaos: Das tägliche Tagebuch zum Ausnahme-Zustand – Teil 12
Kein Sport, kein Mitgliedsbeitrag? - Vereine fürchten finanzielle Engpässe
Kein Sport, kein Mitgliedsbeitrag? - Vereine fürchten finanzielle Engpässe

Kommentare