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In einem Maisfeld in Rhade wurde im Oktober 2004 das Fluchtauto gefunden. Mehr als zwölf Jahre später wird dem mutmaßlichen Täter der Prozess gemacht.

Zwölf Jahre nach der Tat

Verhinderter Bankräuber steht vor Gericht

Wulfen - Mehr als zwölf Jahre liegt der versuchte Überfall auf die Filiale der Sparkasse Vest in Wulfen zurück. In der nächsten Woche muss sich der mutmaßliche Täter vor Gericht verantworten. Ihm war damals zwar auf spektakuläre Weise die Flucht gelungen, doch DNA-Spuren überführten ihn Jahre später.

Der inzwischen 40 Jahre alte Pole war am 7. Oktober 2004 frühmorgens von einem Auslieferungsfahrer überrascht worden, als er die Hintertür der Filiale an der Hervester Straße aufbrach. Während der Täter mit einem Audi 80 davonraste, notierte sich der Zeuge das Kennzeichen und alarmierte die Polizei. Der kurz zuvor in Gelsenkirchen als gestohlen gemeldete Wagen wurde wenig später am Forsthaus Freudenberg entdeckt.

Den Wagen gewechselt

Der verhinderte Bankräuber hatte offenbar den Wagen gewechselt und kam einer Polizeistreife mit hoher Geschwindigkeit entgegen. Doch bei der anschließenden Verfolgung über die Autobahn verlor die Polizei das Fahrzeug zunächst aus den Augen. Mithilfe eines Hubschraubers wurde der Van später in einem Maisfeld am Deutener Weg in Rhade entdeckt. Der Fahrer war allerdings schon über alle Berge. Neun Jahre später zahlte es sich aus, dass die Ermittler DNA-Spuren in den Fluchtfahrzeugen gesichert hatten. „Er wurde wegen einer anderen Straftat festgenommen“, bestätigte Johannes Hidding, Sprecher des Landgerichts Essen, am Dienstag.

DNA-Abgleich

„Ein DNA-Abgleich brachte dann den Zusammenhang zu der Tat in Wulfen.“ Und zu einem weiteren Überfall im Juli 2004 in Steinhausen: Damals soll der Bankräuber mit mindestens zwei Komplizen in Steinhausen 60.000 Euro erbeutet haben. Dass es erst jetzt zum Prozess kommt, begründet der Gerichtssprecher so: „Der Angeklagte saß bis Sommer 2016 in einem polnischen Gefängnis und wurde dann nach Deutschland ausgeliefert.“ Der Prozess beginnt am 19. Januar (Donnerstag) vor dem Landgericht Essen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte in der Wulfener Sparkassen-Filiale den Angestellten auflauern wollte. Und sie glaubt, dass der Mann auch bei dieser Tat Komplizen hatte. Doch die sind im Gegensatz zu ihm weiterhin verschwunden.

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