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Die Hochschullehrer Stefan Habel (35) und Alexandra Dorschu (34) aus Dorsten sind auf dem Rückweg aus Kambodscha.

Coronavirus

Rückkehrer aus Kambodscha müssen im Kreis Recklinghausen in Quarantäne

Zwei Ehepaare aus Recklinghausen und Dorsten werden am Freitag zurückerwartet, nachdem es auf dem Kreuzfahrtschiff „Westerdam“ einen Infektionsfall gegeben hat.

Update 20. Februar 

In Sachen Coronavirus gehen die deutschen Behörden auf Nummer sicher: Zwei mit dem Kreuzfahrtschiff "Westerdam" in Kambodscha gestrandete Ehepaare aus Recklinghausen und Dorsten werden an diesem Freitag an ihrem Wohnort zurückerwartet. Die Ehepaare seien gebeten, sich anschließend zunächst in häuslicher Quarantäne aufzuhalten. Dies habe das Robert Koch-Institut dem Kreis Recklinghausen mitgeteilt, sagte Kreissprecher Jochem Manz am Donnerstag. Auf der „Westerdam“ hatte es einen Infektionsfall gegeben.

Die Hochschullehrer Stefan Habel (35) und Alexandra Dorschu (34) aus Dorsten hatten in den vergangenen Tagen in einem Hotel in Phnom Penh auf ihre Weiterreise gewartet. Bereits am Sonntag sei ihnen mitgeteilt worden, dass ihre Tests auf das Coronavirus negativ gewesen seien, hatten sie der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag gesagt.

Rückkehrer werden einmal täglich vom Amt kontrolliert

Die Rückkehrer im Kreis Recklinghausen werden laut Manz gebeten, Tagebuch zu führen, täglich ihre Körpertemperatur zu messen und sich bei Auffälligkeiten beim Gesundheitsamt zu melden. Das Amt werde die Personen einmal täglich kontaktieren und nach Symptomen fragen. Wenn es irgendwie geht, sollen sie keinen direkten Kontakt mit anderen Menschen haben. Einkäufe sollen Verwandte und Bekannte erledigen. Über die mögliche Dauer der Quarantäne lasse sich derzeit noch nichts sagen, so Manz. Alle Maßnahmen würden mit dem Robert Koch-Institut abgestimmt.

Das aus Hongkong kommende Kreuzfahrtschiff "Westerdam" hatte nach einer Irrfahrt am Donnerstag vergangener Woche im Hafen von Sihanoukville in Kambodscha angelegt. Zuvor hatte es aus Sorge vor einer Einschleppung des Coronavirus Sars-CoV-2 mehrere Häfen nicht anlaufen dürfen.

Das haben wir bisher berichtet:

Erst waren sie auf dem Kreuzfahrtschiff "Westerdam" in Kambodscha gestrandet - jetzt müssen einige der Passagiere in Hotels auf ihre Weiterreise warten - darunter auch Touristen aus Nordrhein-Westfalen. Man habe ihnen bereits am Sonntag mündlich mitgeteilt, dass ihre Tests auf das Coronavirus negativ gewesen seien, sagten Stefan Habel (35) und Alexandra Dorschu (34) aus Dorsten der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in ihrem Hotel in Phnom Penh. 

Dennoch warteten sie noch auf ihr offizielles Gesundheitszertifikat der örtlichen Behörden. "Ich denke, es war kein wirklicher Urlaub" sagte Dorschu. Habel beschrieb seine Erlebnisse unterdessen als "interessante Erfahrung."

Die beiden Hochschullehrer aus Dorsten hatten das Schiff bereits am Samstag verlassen und waren in dem Hotel in der Hauptstadt untergebracht worden. Sie zeigten der dpa Notizen des Gesundheitsministeriums, die man unter ihrer Zimmertür durchgeschoben habe. 

Das Kreuzfahrtschiff "Westerdam" im Hafen von Sihanoukville in Südkambodscha.

Coronavirus-Verdacht: Passagiere sollen auf ihren Zimmern bleiben

Darauf bittet das Ministerium Passagiere der "Westerdam", bis zum Erhalt der Testergebnisse in ihren Zimmern zu bleiben. An diese Bitte hätten sie sich gehalten, sagte Dorschu. Doch eines treibe sie weiter um, fügte sie hinzu: "Meine größte Sorge ist, wie wir jemals diesen Ort verlassen sollen, wenn uns alle Fluggesellschaften abweisen."

Kommt es auch im Kreis Recklinghausen zum Ausbruch? Ein Essener Virologe äußert sich jetzt. 

Auf einem japanischen Kreuzfahrtschiff ist das Coronavirus bereits nachgewiesen worden. Passagiere und Crew müssen seit Anfang Februar auf dem Schiff ausharren. Auch hier befinden sich Deutsche an Bord.

In Bayern befand sich eine fünfköpfige Familie seit Ende Januar im Krankenhaus. Vier Personen waren mit dem Coronavirus infiziert. Jetzt gibt es gute Nachrichten.

Coronavirus legt jetzt auch die Welt-Wirtschaft lahm

Dagegen hat das neue Coronavirus hat China weitgehend lahmgelegt. Als eines der ersten Unternehmen räumt Apple ein, dass sein Geschäft hart von Covid-19 getroffen wird. Bei der Zahl der Coronavirus-Erkrankungen erkennen Forscher zwar einen „Abwärtstrend“, doch sie warnen vor genetischen Mutationen.

dpa/lnw

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