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Imbiss in Deuten

Darum sucht Prinz von Anhalt einen Döner-Piraten

Dorsten - Freundlich lächelten Alexander von Anhalt und seine Frau Justine mit einem großen Banner in die Kamera, als sie vor knapp einem halben Jahr über ihr geplantes Charity-Projekt an der B 58 in Deuten berichteten. Geöffnet ist der "Döner-Pirat" allerdings noch immer nicht, nun sucht der Prinz händeringend einen Betreiber. Der Grund ist ein familiärer Schicksalsschlag.

"Meine Lebensgefährtin ist schwer an Rheuma erkrankt", bestätigte der 45-jährige Adoptivsohn von Prinz Frederic von Anhalt am Montag auf Anfrage. "Der Döner-Pirat war ja im Wesentlichen ihr Projekt, aber derzeit kann sie sich leider nicht kümmern." Nach der Diagnose Mitte Januar nimmt Justine Hermansa Medikamente und macht eine Schmerztherapie in einer Spezialklinik, an Asthma leidet sie auch. "Das war alles nicht vorhersehbar", versucht Alexander von Anhalt all jenen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die den "Döner-Pirat" schon immer für einen schlechten Scherz gehalten haben.

40.000 Euro investiert

Das kleine Haus an der B58, früher als "Irmis Cafe Stübchen" ein beliebter Trucker-Treff, ist über Winter kernsaniert und neu eingerichtet worden. 40.000 Euro hat der Prinz nach eigenen Angaben investiert. 50 Cent von jedem verkauften Döner, das war der Plan, wollte er für Obdachlose spenden. So warb er im September 2016 für sein Projekt:

"Daran hat sich nichts geändert", betont Alexander von Anhalt, obwohl der Auftakt kurz vor Weihnachten floppte. Damals hatte er ein Festessen für Menschen ohne festen Wohnsitz organisiert, doch die Gäste blieben aus. Immerhin: 1100 Euro hat der Prinz schon an Spenden gesammelt, bevor auch nur ein Döner über die Ladentheke gegangen ist. "Das Geld geht zu gleichen Teilen an die Dorstener Tafel und das Tierheim", verspricht er.

"Gas andrehen, Fleisch auf den Spieß, Salattheke bestücken - fertig"

Nun sucht von Anhalt einen zuverlässigen Betreiber, damit es endlich losgehen kann an der B58. Der Pächter ("Ein Verkauf wäre eine Notlösung") könnte sich quasi in ein gemachtes Nest setzen, meint er. "Es ist alles eingerichtet. Gas andrehen, Fleisch auf den Spieß, Salattheke bestücken - fertig. Das ist wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk." Das Problem: Die Interessenten, die sich bislang auf eine Kleinanzeige bei ebay gemeldet haben, erfüllten nicht das royale Anspruchsdenken. "Unglaublich, was ich in den Vorstellungsgesprächen erlebt habe", sagt er. "Man muss schon freundlich sein und arbeiten wollen, sonst macht es keinen Sinn."

Während Alexander von Anhalt noch seinen Döner-Piraten sucht, macht er sich in Gedanken schon zu neuen Ufern auf. "Möglich, dass wir ganz nach Kalifornien übersiedeln", bestätigte er am Montag. "Das Klima dort ist für meine Frau einfach besser." In Lembeck ist der Prinz nach eigenem Bekunden ohnehin nur vier Monate im Jahr.

Der Autor informiert jeden Morgen per E-Mail über die Nachrichtenlage in Dorsten und Umgebung.

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