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Hans Bahde mit dem neuen Hinweisschild zur Tüshaus-Mühle, Thomas und Sabine Gerling (2. Vorsitzender und Kassiererin des Fördervereins) präsentieren die Türstopper und den Wappenbaum vor dem Eingang der Mühle.

Vorbereitungen für Jubiläumsfest laufen

Die Tüshaus-Mühle wird 400 Jahre alt

Deuten/Lembeck - Die Deutener Tüshaus-Mühle feiert in diesem Jahr ihren 400. Geburtstag - mit einem großen Fest am 19. September. Und die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Einer von denen, die tatkräftig dabei sind, ist der fast 90-jährige Lembecker Heinrich Cosanne.

Heinrich Cosanne führt einen „Ein-Mann-Betrieb mit Vollbeschäftigung“, wie der Lembecker seinen Besuchern in der kleinen, aber feinen Schreiner-Werkstatt gerne und mit einem verschmitzten Lächeln erzählt. Zurzeit schnitzt der ausgebildete Stellmacher ein neues Hinweisschild für die Tüshaus-Mühle – eigens für den 400. Geburtstag des eingetragenen „Technischen Denkmals“ an der Weseler Str. 433.

In der Werkstatt in Lembeck heizt Heinrich Cosanne, der in späteren Jahren im Karosseriebau tätig und anschließend 17 Jahre lang Hausmeister der Laurentiusschule war, erst einmal den Holzofen an. Der strahlt eine behagliche Wärme aus – gut für die Beweglichkeit der Finger des 89-Jährigen, der an diesem Montagmorgen mit Stecheisen und Holzhammer die letzten beiden Buchstaben des Hinweisschildes schnitzt. „Tüshaus-Mühle – Technisches Kulturdenkmal“ steht auf dem großen Pfeil aus Buchenholz, der künftig den Besuchern den Weg vom Parkplatz bis zur Mühle weisen soll. Und zusätzlich gibt es noch ein kleineres Hinweisschild: „1615-2015“ steht darauf.

400 Türstopper-Säckchen

Die Beschriftung stammt übrigens von Hans Bahde (77), der später auch noch die Buchstaben mit dunkler Holzlasur ausmalen und das gesamte Schild lasieren wird. „Die Beschriftung wurde auf Kohlepapier gezeichnet und anschließend auf das Holz gepauscht. Anschließend schnitzte Heinrich Cosanne die Buchstaben“, erzählt Hans Bahde. Anlässlich des 400. Geburtstags wurden im Auftrag des Lembeckers Hans Nienhaus, der auch schon die Idee für das neue Hinweisschild hatte, 400 Türstopper-Säckchen gefertigt, deren Verkaufserlös dem Mühlen-Förderverein zu Gute kommt.

Gefertigt aus robustem „Köper-Gewebe“ in der Wulfener Behinderten-Werkstatt werden die grauen und pink-farbenen Säcke mit Sand aus dem Hambach gefüllt. „Der Hambach fließt von der Mühle in die Lippe“, erzählt Hans Nienhaus. Das ehrenamtliche Müller-Ehepaar Thomas und Sabine Gerling, 2. Vorsitzender und Kassiererin des Fördervereins, haben mit Helfern jedes einzelne Türstopper-Säckchen befüllt – etwa zwei Kilogramm Sand gehen in einen Türstopper.

Sand aus dem Hambach

Zunächst musste der Sand jedoch aus dem Hambach geschöpft und anschließend getrocknet werden – die Türstopper sind also reinste Handarbeit. Jedes Säcken wurde außerdem mit einem Anhänger aus Leder versehen – Aufschrift: „Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt“. „Das kommt Ihnen sicher bekannt vor“, sagt Hans Nienhaus. Klar, das ist ein geschützter Werbespruch der Volksbanken und Raiffeisenbanken, den der Förderverein für dieses Mühlen-Projekt unentgeltlich nutzen darf.

Die Türstopper sind zu den Öffnungszeiten der Tüshaus-Mühle für zehn Euro erhältlich. Außerdem gibt es sie in der Gaststätte Hessefort an der Birkenallee 36, und bei der Volksbank in Lembeck, Wulfener Str. 13. Rund 250 der 400 Türstopper sind bereits verkauft. Der Erlös kommt dem Förderverein zu Gute. Ebenfalls zum Jubiläum hat Hans Bahde einen Wappenbaum mit den Wappen aller Dorstener Stadtteile gefertigt. Integriert sind Schieber, mit deren Hilfe die Wappen erläutert werden. „So können wird noch ein kleines Quiz anbieten“, sagt „Müller“ Thomas Gerling.

2014 wurde der Förderverein „Kulturdenkmal Tüshaus-Mühle“ gegründet. Die Mühle startet am 19. April in die Saison. Danach ist die Mühle an jedem 1. und 3. Sonntag im Montag jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Am 19. September findet de Jubiläumsfeier zum 400. Geburtstag der Mühle statt. Deshalb gibt es an Pfingstmontag (22. Mai) zum 22. Deutschen Mühlentag ein abgespecktes Programm. Termine für Führungen während der Woche, vor allem für Schulklassen und Gruppen, können vereinbart werden: städtisches Kulturamt, Tel. (02362) 66 40 50, oder bei Thomas Gerling, 2. Vorsitzender des Fördervereins, Tel. (02369) 2 28 57 oder Tel. (0162) 4 61 38 22.

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