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Der Prozess um die Schuleinbrüche in Dorsten stockt, weil die mutmaßliche Komplizin des 24-jährigen Angeklagten unauffindbar ist.

Prozess um Schuleinbrüche in Dorsten

17-Jährige Komplizin wie vom Erdboden verschluckt 

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24-Jähriger Dorstener steht vor Gericht - seine verschollenen Freundin soll die Taten bereits gestanden haben. Die Polizei ist ratlos.

Sie ist noch keine 18 und seit Wochen unauffindbar: Im Prozess um eine Serie von Schuleinbrüchen in Dorsten versuchen die Richter seit Ende Januar, die mutmaßliche Komplizin des Angeklagten zu finden. Bisher jedoch vergeblich.

Die Polizei war schon mehrfach an der Dorstener Wohnung der Eltern, doch auch dort ist man offenbar ratlos. Vor zwei Wochen soll die Jugendliche wieder einmal von zu Hause weggelaufen sein. Seitdem gibt es angeblich keinen Kontakt mehr. Nach Angaben der Richter wurde nicht einmal mehr eine Vermisstenanzeige aufgegeben.

In Turnhallen geschlafen

Es ist nicht das erste Mal, dass die junge Dorstenerin abgetaucht ist. Im vergangenen Jahr war sie die Freundin des Angeklagten – bis zu dessen Festnahme im August. Das Paar hatte kein Zuhause, schlief in Turnhallen, Schulen, Firmengebäuden oder im Auto. Der 24-jährige Angeklagte war damals in einem geklauten Opel Meriva unterwegs – mit gestohlenen Kennzeichen. Als die Polizei den Wagen schließlich sicherstellte, war er bis unters Dach mit privaten Klamotten und Diebesgut vollgestopft – darunter auch Laptops, die zuvor in Schulen gestohlen worden waren.

Nagelneue Schul-Laptops gestohlen

Besonders hart hatte es die Geschwister-Scholl-Schule an der Marler Straße in Dorsten getroffen. Dort war an einem Wochenende im Juni eingebrochen worden. Besonders bitter: Zur Beute gehörten auch 25 nagelneue Laptops für den digitalen Unterricht. „Die waren gerade erst zwei Wochen in der Schule“, sagte einer der Lehrer den Richtern am Essener Landgericht bei seiner Zeugenvernehmung am Montag. „Wir hatten lange darauf gewartet.“

Er hatte den Einbruch, bei dem auch großer Sachschaden entstanden ist, damals früh morgens entdeckt. „Das war ein Schock.“ Und die Serie reißt nicht. Acht Einbrüche in sieben Jahren habe er schon miterlebt, den letzten erst vor rund zwei Wochen.

Beute übers Internet verkauft

Den Diebstahl im Juni soll die verschollene Freundin des Angeklagten bei einer früheren Vernehmung sogar gestanden haben. Man habe mehrfach laufen müssen, um alle Laptops abzutransportieren. So steht es in einem Protokoll der Polizei. Später habe man sie dann verkauft, unter anderem übers Internet. Der Angeklagte hat sich dazu im Prozess noch nicht geäußert.

Auch er hat nach eigenen Angaben keinen Kontakt mehr zu seiner Ex-Freundin. „Das letzte Mal hat sie mir zu meinem Geburtstag im Dezember einen Brief ins Gefängnis geschickt“, sagte er den Richtern. Wie es weitergeht, ist unklar. Der Prozess wird fortgesetzt.

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