Dorsten: Eine Stadt, ein Vorname

DORSTEN Diese Männer haben manches gemeinsam: Alle dachten, sie seien die einzigen auf der Welt mit diesem Vornamen, sie sind um die 45 Jahre alt und sollten eigentlich Torsten heißen. Doch sie heißen Dorsten.

Wie Dorsten Brüger. Der 45-jähriger Maler und Lackierer aus Göttingen hat einem Verschreiber des Standesbeamten seinen Vornamen zu verdanken. „Es war mir aber zu teuer, das nachträglich ändern zu lassen.“

Während bei den Dorstens aus dem Westen Deutschlands meist der Standesbeamte für den Fehler verantwortlich war, waren in der Ex-DDR die Hebammen schuld. Wie bei Dorsten Grabsch. Der 45-jährige Forstwirt aus Königerode im Harz trägt trotz aller Nachfragen und Irritationen („Wie Torsten, nur mit weichem D“) seinen Vornamen gerne: „Der ist so selten, da können sich nachher alle an mich erinnern.“

Noch nie in der Stadt gewesen

Wie diese beiden Dorstens war auch der 46-jährige Diplom-Agraingenieur Dorsten Höhne aus Herzberg/Brandenburg noch nie in der Stadt, die so heißt wie er. Sein Namensvetter Dorsten Sieling ist vier Jahre jünger. Der Maurer aus Siegen führt seinen Vornamen spaßeshalber darauf zurück, dass sein Vater am Tag der Geburt etwas zu viel Alkohol getrunken habe. „Da konnte er das T wohl nicht aussprechen“. Vor 15 Jahren hat Dorsten Sieling Dorsten besucht und ist hier „drei Stunden spazieren gegangen“.

In den 80-er Jahren war auch Dorsten Wenzel mal in der Lippestadt. „Ich habe sogar ein Foto, wo ich neben dem Ortsschild stehe“, erzählt der Elektro-Ingenieur aus der Nähe von München. Dorsten Wenzel hat weniger Schwierigkeiten mit seinem seltenen Vornamen gehabt, sondern mehr mit seinem Nachnamen: Viele denken, er heißt Wenzel Dorsten.

„Gerne hätte ich erzählt, dass meine Eltern aus Liebe zu Dorsten, der Stadt, in der sie sich kennen gelernt haben und in der ich gezeugt wurde, mir diesen Vornamen gegeben haben“, sagt Dorsten Michael Lenzen. Leider ist die Wirklichkeit weniger romantisch und es handelt sich auch hier schlicht um eine orthographische Verirrung einer Meldebehörde, diesmal der von Burghaun, wo der Kölner vor 46 Jahren geboren wurde.

„Ein Stückchen weg“

Dorsten Pfeifer, 42-jähriger Industriemeister aus Lichtenstein in Sachsen, findet seinen Vornamen gut: „Damit kommt man leicht mit den Leuten ins Gespräch.“ Auch er war noch nicht in Dorsten („Ist ja ein Stückchen weg“). Wie auch der 46-jährige Maschinenschlosser Dorsten Englert aus Neuhütten am Main. „Ich bin aber mal in der Nähe gewesen.“ Verdammt nah sogar: Im Movie-Park in Kirchhellen nämlich.

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