5.300 problematische Inhalte wurden bei dem Mann aus Dorsten gefunden.
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5.300 problematische Inhalte wurden bei dem Mann aus Dorsten gefunden.

Psychiater hat das Wort

Dorstener hatte 5.300 Kinderpornos auf dem Handy - jetzt wehrt er sich gegen das Gefängnis

Ein 27-Jähriger aus Dorsten, der seine Bewährung verspielt hat, will verhindern, dass er ins Gefängnis muss. Jetzt hat ein Psychiater das Wort.

  • Ein Mann aus Dorsten wehrt sich vor dem Landgericht Essen gegen eine Gefängnisstrafe.
  • Bei ihm wurden mehr als 5.300 Filme auf dem Handy gefunden - sie alle zeigen schweren sexuellen Kindesmissbrauch.
  • Nun hat der Psychiater das Wort.

Vor dem Essener Landgericht kämpft ein 27-jähriger Mann aus Dorsten seit Donnerstag um seine wahrscheinlich letzte Chance: Ende 2018 war der Mann wegen des Besitzes von Kinderpornos zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Und nachdem die Polizei im August 2019 erneut mehr als 5300 Kinderporno-Dateien bei ihm gefunden hatte, verhängte das Amtsgericht im Januar ein Jahr und sechs Monate Haft ohne Bewährung. Gegen das Urteil hat der Mann jetzt aber Berufung einlegt.

Erneute Bewährung für Mann aus Dorsten wurde abgelehnt

Die Richter am Amtsgericht Dorsten hatten eine erneute Bewährung deutlich abgelehnt. Wäre die Entscheidung rechtskräftig geworden, hätte der Mann aus Dorsten ins Gefängnis gemusst. Um das zu verhindern, hat er inzwischen einiges unternommen. Bei einer Therapieeinrichtung nimmt er alle zwei Wochen an Einzelgesprächen teil. Um einen Job hat er sich allerdings noch nicht gekümmert.

27-Jähriger aus Dorsten: "Rein zufällig" auf problematische Inhalte gestoßen

Beim Surfen im Internet will der 27-Jährige vor Jahren rein zufällig auf sein erstes kinderpornografisches Bild gestoßen sein. „Ich war schockiert“, behauptete er. Später aber habe er gemerkt, dass er sich zu diesen verbotenen Inhalten hingezogen fühlte. „Haben Sie sich denn jemals Gedanken über die Kinder gemacht“, wollte die Staatsanwältin wissen. „Manchmal ja“, sagte der Angeklagte. „Aber irgendwann blendet man das einfach aus.“ 

Muss der Dorstener jetzt ins Gefängnis?

Ob der Dorstener jetzt tatsächlich ins Gefängnis muss, wollen die Essener Richter jedoch nicht sofort entscheiden. Nachdem sie dem Mann lange zugehört und festgestellt hatten, dass dieser intellektuell sicher nicht mit Gleichaltrigen zu vergleichen ist, entschieden sie am Donnerstag, einen psychiatrischen Sachverständigen einzuschalten. Dieser könnte dazu kommen, den 27-Jährigen für vermindert schuldfähig zu erklären. Aber auch eine Unterbringung in einer geschlossenen Klinik ist möglich. Werner von Braunschweig

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