1700 Unternehmen im Netzwerk

Werkstatt-Profi verlegt die Firmenzentrale nach Dorsten

Dorsten - Andreas Brodhage hat in den letzten Jahren eines der größten Werkstatt-Netzwerke in Deutschland aufgebaut. Jetzt verlegt er die Firmenzentrale von Essen nach Dorsten. Damit schließt sich auch für ihn selbst ein Kreis.

Andreas Brodhage hat mächtig Gas gegeben. Als Geschäftsführer und Teilhaber der Global Automotive Service GmbH (G.A.S.) hat er mit Partnern ein Konzept entwickelt, das in der Automobil-Branche viel Beachtung findet. Seine Firma steuert die Aufträge von inzwischen 1700 freien Werkstätten in Deutschland und hat Autoflotten auch von großen Unternehmen und Leasinggesellschaften wie die Deutsche Post oder den ADAC in das System integriert.

Ein System, das eigentlich ganz einfach ist: "Jede Werkstatt ist eigenständig und hat volle Entscheidungsfreiheit. Wir vermitteln nur zwischen den Betrieben und dem Kunden und leiten den Auftrag gegen eine Aufwandspauschale weiter", sagt der Dorstener. Wenn beispielsweise Postfahrzeuge zur Inspektion müssen, liegen die Daten in der nächstgelegenen Werkstatt bereits vor, sind die Ersatzteile bestellt. Das spart Zeit und Geld.

Ein Macher und Kumpel

Wer mit Andreas Brodhage ins Gespräch kommt, merkt sehr schnell: Er ist Macher und Kumpel zugleich. Einer der die Ärmel aufkrempelt, der anpackt, der gerade heraus und dem Teamwork "sehr wichtig" ist. In Bewerbungsgesprächen versucht er herauszufinden, "wieviel Herz der Kandidat mitbringt". Das ist wohl auch seiner beruflichen Vergangenheit geschuldet.

Andreas Brodhage war Bergmann auf Fürst Leopold. Doch als das Ende der Kohleförderung in Dorsten absehbar war, wechselte der heute 52-Jährige das Fach: Brodhage ging zum Kfz-Betrieb Matena, der damals noch eine Filiale in Dorsten hatte. "Ich habe das Werkstatt-Konzept neu organisiert, das hat in der Branche offenbar Aufsehen erregt", sagt er mit einem Schmunzeln. Die Coparts Autoteile GmbH warb ihn ab und gründete 2006 ein Tochterunternehmen, die Global Automotive Service GmbH. Brodhage wurde Geschäftsführer und Teilhaber des größten Auftragssteuerer in Deutschland", der inzwischen auch ins benachbarte Ausland expandiert.

Umzug ins alte Stewing-Verwaltungsgebäude

Der Expansion der Firmenzentrale waren dagegen Grenzen gesetzt. "In Essen konnten wir nicht erweitern", sagt der Firmenchef, also sah er sich im Kreis Recklinghausen nach einem geeigneten Objekt um. Und so stieß der Hervester auf das ehemalige Stewing-Verwaltungsgebäude an der Barbarastraße. Die komplette dritte Etage hat G.A.S. zum 1. April angemietet, hier wird dann das komplette operative Geschäft abgewickelt. Dafür sucht Andreas Brodhage rund ein Dutzend neue Mitarbeiter: Kaufleute vor allem, gerne auch Quereinsteiger mit Kfz-Kenntnissen. Die sind im Kreis Recklinghausen leichter zu finden als in Essen, meint er.

Der Weg zwischen Büro und Eigenheim in der Zechensiedlung wird für den Hervester bald deutlich kürzer werden. "Schreiben Sie aber nicht, dass ich zu meinen Wurzeln zurückkehre", warnt er augenzwinkernd. Denn das macht er ja jeden Tag. "Immer wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, bin ich geerdet." Weil der Werkstatt-Profi weiß, dass er auch dank eines "hervorragenden Teams" viel mehr Glück hatte als viele seiner früheren Kumpel unter Tage.

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