Anhaltende Trockenheit

Dorstens Bäume und Blumen gieren nach Wasser

Dorsten - Dorstens Wasserspender heißt Dirk Ulrich. Denn Dorstens Bäume gieren wegen der lang anhaltenden Trockenheit nach Wasser. Dirk Ulrich gibt es ihnen täglich.

Ein Mann, ein Tank: Dirk Ulrich ist der Dorstener Durstlöscher. Zumindest für die Straßenbäume am Wegesrand. Täglich fährt er seine Runden mit seinem Trecker und regelmäßig aufgefülltem 6000-Liter-Wassertank. "Heute bin ich in Hervest, aber ich drehe auch meine Runden in Altendorf, in Wulfen-Barkenberg und Holsterhausen", sagt Dirk Ulrich beim Einsatz am Dienstag auf dem Leo-Gelände in Hervest.

Dort säumen junge Bäume den Straßenrand der Fürst-Leopold-Allee und die Parkplätze. Die Beete sehen trocken aus, doch die Bürger geben ihren Jungbäumen achtlos zu essen, nicht aber zu trinken. Denn in den Beeten modern Abfälle von Imbissen vor sich hin. Dabei hätten die Bäume doch Wasser so dringend nötig!

Gegossen wird täglich

"Die Gärtner der Stadt Dorsten sind in diesen trockenen Wochen mit zwei Wasserwagen unterwegs: Gegossen wird dann von morgens 6 Uhr bis nachmittags 15 Uhr, dabei muss der große Wagen mit dem 6000-Liter-Fass drei- bis viermal, der kleinere mit 2000-Liter-Fass muss bis zu zehnmal Wasser nachtanken", sagt Stadtpressesprecherin Lisa Bauckhorn auf Anfrage der Redaktion.

Die Fässer werden in der Gärtnerei und im Entsorgungsbetrieb der Stadt Dorsten an der Wienbecke regelmäßig aufgefüllt. Je nachdem, wo gerade gegossen werden muss. "Beide Zapfanlagen arbeiten mit Brunnenwasser", sagt Lisa Bauckhorn. Nur in Ausnahmefällen werde auch Kanalwasser getankt, das kann allerdings durch aufwirbelnde Teilchen die Düsen der Sprühköpfe verstopfen.

Allein durch Dorsten unterwegs

"Der kleinere Tankwagen ist zurzeit kaputt", sagt Dirk Ulrich. So tuckert er allein durch Dorstens Ortsteile. Morgens und nachmittags. Ran an den Straßenrand, Hebel umgelegt und schon sprudelt das Wasser aus einem drehbaren Rohr vom Tank in die Baumbeete.

Mit allen Wassern gewappnet ist auch die Dorstener Berufsfeuerwehr. Doch trotz der lang anhaltenden Dürre-Periode war die Zahl der Feuer auf trockenem Gelände seit Mitte Juni sehr überschaubar, wie Andreas Kranich, vorbeugender Brandschützer, auf Anfrage sagt: "Drei kleinere Feuer, zwei davon in Altendorf-Ulfkotte, eines an der Gelsenkirchener Straße", zählt er auf.

Brände flammen sofort auf

Brände, das weiß er, können im Nu auf Stoppelfeldern in dieser trockenen Jahreszeit aufflammen: "Da reicht eine achtlos weggeworfene Kippe oder die Motorwärme eines Treckers, um die Stoppeln zu entflammen." Die Ruhe lobt sich der Brandsachverständige, wenngleich: "Kleine Brände können sich zu Großereignissen auswachsen, deshalb gibt es beim Kreis Recklinghausen, der für die zehn Städte, auch Dorsten, zuständig ist, auch eine Waldbrandalarmkarte." Die Feuerwehren helfen sich laut seiner Auskunft bei Großereignissen aus. "Wir fahren auch in die Haard nach Haltern."

Wald brennt wie Zunder

Wie schnell der Wald zurzeit wie Zunder brennen kann, zeigt diese Karte des Deutschen Wetterdienstes: Die zweithöchste Alarmstufe ist in unserer Region erreicht.

Für alle Waldgänger heißt es deshalb laut Auskunft des Regionalverbandes Ruhr (RVR), der für die Gebiete in der Dorstener Haard zuständig ist: "Damit keine Einsätze notwendig werden, ist es wichtig, dass Spaziergänger die grundsätzlichen Verhaltensregeln im Wald einhalten: Generell ist das Rauchen vom 1. März bis zum 31. Oktober verboten. Dasselbe gilt für offenes Feuer sowie Grillen im Wald, das ausschließlich an ausgewiesenen Feuerstellen erlaubt ist. Außerhalb des Waldes muss der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand von 100 Metern zum Waldrand eingehalten werden."

Übrigens: Kein Dorstener muss sich Sorgen machen, dass das Grundwasser nicht ausreicht, um diese Dürrezeit zu überstehen: "In unserer Region ist Wasser ausreichend vorhanden", sagt der Sprecher des Wasserversorgungsunternehmens RWW auf Anfrage.

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