Tag der Artenvielfalt

Köcherjungfern in Dorsten nachgewiesen: Die Pilzköpfe sind zurück

Biologen des Lippeverbands haben Larven der "Pilzkopf-Köcherjungfer" in Dorsten nachgewiesen. Anders als die Beatles trägt die Larve ihren Namen nicht aufgrund ihrer Frisur.

Zum "Tag der Artenvielfalt" am 22. Mai stellt der Lippeverband die Köcherjungfer als "Bewohner des Monats" vor. Biologen des Lippeverbands haben die Larve im Hammbach, im Rapphofs Mühlenbach und im Schölzbach nachgewiesen.

"Bevorzugt besiedelt die Pilzkopf-Köcherjungfer schwach strömende, naturnahe Gewässer mit sandigem Grund", erklärt Simone von Pigage-Göhler, Biologisch-technische Assistentin beim Lippeverband. Ihr Vorkommen sei damit immer ein positives Zeichen für Renaturierungsmaßnahmen, ergänzt ihre Kollegin Sylvia Mählmann.

Anders als die Beatles trägt die Larve der "Pilzkopf-Köcherjungfer" ihren Namen nicht aufgrund ihrer Frisur, sondern wegen eines markanten pilzförmigen Zeichens direkt auf der Kopfoberfläche.

Unter Wasser fällt die Pilzkopf-Köcherjungfer nicht nur durch ihr Kopfzeichen, sondern auch durch ihre "Mobilheime" auf, die sie permanent mit sich herumträgt. Zunächst aus Sandkörnern, verklebt mit eigens produzierten Spinnfäden, dann ergänzt mit vielen kleinen Ästchen, bauen sich die Tiere aufwendige röhrenförmige Köcher. So schützen sie ihren weichen Hinterleib und haben bei Gefahr einen Rückzugsort - sollten Fressfeinde im Anmarsch sein.

Tagsüber verstecken sich die Larven am Ufer

Die Larven werden bis zu vier Zentimeter groß und verstecken sich tagsüber am Ufer. Gefressen wird dabei vorwiegend vegetarisch - Algen und Pflanzenteile. Im Sommer legen sie eine Ruhepause ein: Sie verschließen den Köcher und warten auf kühlere Wassertemperaturen. Dann beginnt die Verpuppung mit anschließender Verwandlung zum geflügelten "Erwachsenen".

Zwischen August und Ende Oktober kann es bei guten Witterungsverhältnissen zu einem plötzlichen Massenflug der jungen Pilzkopf-Köcherjungfern kommen.

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