Bahnhof Wulfen

Altes Bahnhofsgebäude in Wulfen könnte zum reinen Wohnhaus werden

Wulfen - Das Bahnhofsgebäude in Wulfen am Kleinen Ring war mal ein Prachtbau. Das denkmalgeschützte Gebäude ist seit Jahrzehnten dem Verfall preisgegeben. Das könnte sich ändern.

1879 wurde das Empfangsgebäude des Bahnhofs Wulfen am Kleinen Ring 41 eröffnet. Von den Prachtzeiten aus den Gründerjahren ist nicht mehr viel zu sehen: Das denkmalgeschützte Gebäude verfällt zusehends.

Obwohl die Besitzerin, die Merveldt?sche Verwaltung, seit dem Kauf des Gebäudes im Jahr 2010 nichts unversucht gelassen hat, das Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen.

Dass das Haus weiter herunterkommt, hat mit steuerrechtlichen Finessen zu tun. Und mit der Auslegung der Vorschriften. In diesem Punkt konnten sich Stadt als untere Denkmalbehörde und Merveldt?sche Verwaltung als Eigentümerin des Gebäudes trotz bereits bewilligter Umbaupläne nicht einigen.

Streitpunkt: Bedingungen für Sonderabschreibungen

"Wir wollten eine Sonderabschreibung für den geplanten Gesamtkomplex haben, weil sich die Sanierung und der Umbau für ein Wohn- und Geschäftshaus sonst nicht gerechnet hätten", sagte der kaufmännische Leiter der Merveldt?schen Verwaltung, Stefan Grünert, am Montag auf unsere Anfrage.

Er kritisiert bis heute die "engstirnige und kleinliche Auslegung" der Vorschriften zur Denkmalsonderabschreibung bei der Stadt Dorsten: "Wir haben mit vielen anderen Gemeinden zu tun gehabt und festgestellt, dass es auch anders geht." Es gebe Kann- und Mussbestimmungen.

2015 bot die Verwaltung das Haus zum Verkauf an

Die Stadt weist die Kritik zurück: "Für den Wulfener Bahnhof gelten Fassade, Außenbauteile und Dachkonstruktion als bescheinigungsfähig für Sonderabschreibungen, nicht jedoch ein geplanter Anbau und die neue, innere Struktur nach vollständiger Entkernung", sagte Stadtsprecher Ludger Böhne auf unsere Anfrage aus dem Jahr 2015, als das Gebäude plötzlich zum Verkauf stand. An diesem Sachstand hat sich nichts geändert.

Böhne verwies seinerzeit auch darauf, dass die Einschätzung der Stadt Dorsten von der denkmalpflegerischen Fachdienststelle beim Landschaftsverband Münster und dem Bauministerium NRW als oberster Denkmalbehörde bestätigt werde.

Seitdem hängt ein Schild mit einer Kontakt-Telefonnummer der Merveldt'schen Verwaltung an der Fassade des Bahnhofsgebäudes.

"Wir hatten dann tatsächlich kaufwillige Interessenten, aber die begrenzten Planungsmöglichkeiten erwiesen sich auch für potenzielle Käufer als hinderlich", sagt Stefan Grünert.

Zuletzt 2017 mit der Stadt Dorsten gesprochen

Nach einem letzten Gespräch mit der Stadt im vergangenen Jahr überlegt die gräfliche Verwaltung zurzeit, die bestehenden Umbaupläne zu überarbeiten und ein reines Wohnhaus aus dem alten Bahnhofsgebäude zu machen. "Die Nachfrage nach Geschäftsflächen in Nebenzentren ist gesunken." Deshalb also der Verzicht darauf, solche in die Planung einzubinden.

Architekt Stefan Risthaus hat laut Stefan Grünert den Auftrag erhalten, auf der Grundlage der alten Pläne einen neuen Entwurf zu skizzieren.

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