Bergbau

Stiftungskuratorium besuchte die ehemalige Zeche Fürst Leopold

Hervest - Hoher Besuch: NRW-Ministerin Ina Scharrenbach und Stiftungskuratorium überzeugten sich auf der Zeche Fürst Leopold in Dorsten von der Arbeit der Stiftung Industriedenkmalpflege vor Ort.

Alljährlich besuchen Mitglieder des Kuratoriums, des Vorstands und der Geschäftsführung der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur ausgewählte, stiftungseigene Standorte, um sich ein Bild von der Arbeit und den Projekten vor Ort zu machen.

Besuch mehrerer Stiftungsorte

Unter der Leitung der Kuratoriumsvorsitzenden Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, führte die Reise jetzt zu Stiftungsstandorten in Bottrop, Dorsten, Herten und Dortmund. Oberbürgermeister und Bürgermeister der jeweiligen Kommunen, Vertreter von Fördervereinen, Initiativen und Integrationsprojekten, der regionalen Wirtschaft, private Investoren und Kulturschaffende bereiteten der Ministerin und den Gremienmitgliedern einen würdigen Empfang. Ina Scharrenbach informierte sich über kommunales, bürgerschaftliches und wirtschaftliches Engagement an den Standorten.

Gäste wurden auf der Platanenallee begrüßt

In Dorsten wurde der hohe Besuch auf der Platanenallee der ehemaligen Zeche Fürst Leopold von Bürgermeister Tobias Stockhoff, Gerhard Schute vom Verein für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte e.V., sowie dem Geschäftsführer vom Creativ-Quartier Fürst Leopold und der Prisma GmbH & Co KG, Jürgen Tempelmann begrüßt.

Ursula Mehrfeld erläuterte die Rolle der Stiftung Industriedenkmalpflege an diesem Standort, die darin bestand, die nicht wirtschaftlich nutzbaren Bestandteile der Anlage, das Maschinenhaus und das Fördergerüst, zu erhalten und dem Verein als Wirkungsstätte zur Verfügung zu stellen.

Große Bereiche sind bereits umgenutzt

Große Bereiche der historischen Zechenanlage sind bereits umgenutzt. Der Privatinvestor Tempelmann hatte 140.000 Quadratmeter Fläche von der RAG Montan Immobilien erworben und ein neues Quartier geschaffen. "70 Firmen, große und kleine, haben sich hier angesiedelt, 350 Arbeitsplätze wurden geschaffen", berichtet Tempelmann.

Ein Hotel in der Lohnhalle ist in Planung.

Der Anfang sei nicht leicht gewesen, erinnert sich der Privatinvestor. "Jetzt stehen die Leute Schlange, aber ich habe keine Fläche mehr." Gastronomie, Kultur und Start-ups, meist aus der IT-Branche, betten das Denkmalensemble Fördergerüst über Schacht 2 und das Maschinenhaus ein.

Beeindruckt war die Ministerin vom Leopold-Regal, das - wie in einem riesigen Setzkasten - sorgfältig ausgewählte Erinnerungsstücke präsentiert und auf einem Display spannende Geschichte(n) zu den Objekten bereithält.

Kuratoriumsmitglied Professor Ulrich Borsdorf, Gründungsdirektor des Ruhrmuseums, hatte dem Verein bei der Realisation des Projekts beratend zur Seite gestanden. Im Beisein der Ministerin attestierte er dem Verein

"Vorzeigestatus und Einmaligkeit im geschichts- und sozialhistorischen Engagement".

Verein arbeitet eng mit Grundschulen zusammen

Gerhard Schute erinnerte daran, dass der Verein, der bereits 2003 von Bürgern gegründet wurde und heute rund 350 Mitglieder zählt, sich aktiv für die Belebung des Maschinenhauses und die Pflege der Maschinen einsetzt. Heute führt der Verein Führungen durch und arbeitet eng mit Grundschulen zusammen. Auf dem Stundenplan stehen dann der Besuch eines Bergmanns in der Klasse sowie Führungen durch die ehemalige Kolonie und über das Denkmal. Und: Nachwuchssorgen hat der Verein nicht, so Schute.

Bürgermeister ist voll des Lobes

Auch Bürgermeister Stockhoff ist voll des Lobes. Die Entwicklung, die das Areal des ehemaligen Bergwerks genommen habe, sei nicht selbstverständlich, weiß er. Das gute Zusammenspiel zahlreicher Beteiligter habe zum Erfolg geführt. Die gemeinsame Vermarktung der Stadt Dorsten mit historischer City, Bergbau-Industrie und einem Hauch Münsterland im Norden sei zuerst ein Volumen gewesen, das "schlucken ließ". Heute aber sei man nicht enttäuscht.

"Wir sind stolz auf diesen Vorzeige-Verein", bezeugt er mit Blick auf Gerhard Schute und lobt das ehrenamtliche Engagement. Das historische Ensemble spiele in der Vermarktung eine entscheidende Rolle. Das zeige sich auch darin, dass die Maschinenhalle als Außenstelle des Standesamts der beliebteste Standort geworden sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Waltroper Parkfest: Frida Gold setzt Schlussakkord - eine andere Band imponiert auch
Waltroper Parkfest: Frida Gold setzt Schlussakkord - eine andere Band imponiert auch
Kobra in Herne ausgebüxt - vier Häuser sind evakuiert
Kobra in Herne ausgebüxt - vier Häuser sind evakuiert
"Kinderwelt" soll nach Feuer wiederaufgebaut werden: So sieht die Planung aus
"Kinderwelt" soll nach Feuer wiederaufgebaut werden: So sieht die Planung aus
Männer in Kettenhemden schwingen die Klingen - was die Besucher der Ritterspiele erwartet 
Männer in Kettenhemden schwingen die Klingen - was die Besucher der Ritterspiele erwartet 
So war das Waltroper Parkfest aus der Sicht der Polizei 
So war das Waltroper Parkfest aus der Sicht der Polizei 

Kommentare