Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler hat in Dorsten eine Spur der Verwüstung hinterlassen

Dorsten - Der Buchsbaumzünsler hat in Dorsten eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Die gefräßige Falterart hat sich hier aus dem Staub gemacht. Jetzt frisst der Zünsler sich bei Nachbarn durch.

15 Buchsbaumzünslerraupen auf 0,2 Quadratmetern Fläche: Stefan Lukassen, Friedhofsgärtner, hat das todbringende Werk des Buchsbaumszünslers auf Dorstens Friedhöfen im letzten Jahr und in dieser Saison noch einmal leibhaftig miterlebt. Er sagt auf unsere Anfrage: "In Dorsten ist der Zünsler durch. Hier gibt es für ihn nichts mehr zu fressen."

2017 fiel die Buchsbaumzünsler-Plage über die beliebten, immergrünen Pflanzen in Dorstens Gärten und auf den Friedhöfen her. Der Zünsler ist enorm fruchtbar: "Ein Falter legt bis zu 1.000 Eier ab", macht Stefan Lukassen die Vermehrungsfreude des kurzlebigen Gärtnerschrecks deutlich. Zweimal im Jahr produziert der ostasiatische Falter, der bei uns eingeschleppt worden ist, Nachwuchs: "Im Mai/Juni und im Juli noch einmal." Seine hungrige Brut braucht viel zu fressen: immergrünes Blattgrün, das der Buchsbaum vor seinem Befall in Hülle und Fülle produziert.

Kaum ein Buchsbaum in Dorsten ist heilgeblieben

Jetzt aber nicht mehr: "In Dorsten ist kaum ein Buchsbaum heilgeblieben", sagt Stefan Lukassen. Er weiß nur von einem Buchsbaum auf dem Friedhof St. Agatha an der Gladbecker Straße, der den Angriff der Insekten getrotzt hat. "Das bedeutet, dass der Grabpfleger sehr viel Zeit und sehr viel Geduld aufgebracht hat, um die Zünslerraupen zu bekämpfen", so Lukassen.

Die Biologische Station Lembeck sagte auf unsere Anfrage im Vorjahr, dass die Raupen von Hand eingesammelt werden müssen, wenn sie ihre Verpuppung abgelegt haben. Selbst wenn die Raupen von den Blättern abgepflückt worden sind, bleibt ein Restrisiko: "Ein Falter in der Nachbarschaft reicht aus, um die ganze Handarbeit zunichtezumachen", sagte Stefan Breuker.

Biologische Station rät von chemischer Keule ab

Für den Einsatz der chemischen Keule hat die Biologische Station im Gegensatz zu manchen Gärtnereibetrieben naturgemäß wenig übrig. Außerdem hat der Buchsbaum, der einst von den Römern nach Germanien eingeführt wurde, einen weiteren Feind: einen Pilz. Der Pilz und die Zünsler haben dem kugel- oder pyramidförmigen oder als Hecke wachsenden Buchsbaum den Garaus gemacht.

Trotz der fehlenden Angriffsflächen in Dorsten ist der Buchsbaumzünsler wohl nicht um Möglichkeiten verlegen, seine Art zu erhalten: "Er ist jetzt weitergezogen. Nach Schermbeck, Gahlen oder Rhade", weiß Stefan Lukassen. Sein Gärtnerei-Betrieb betreut 22 Friedhöfe in diesem Umkreis.

Die meisten weisen Zünslerbefall auf. Vom Landesverband Gartenbau und aus Gesprächen mit Gärtner-Kollegen weiß Lukassen, dass der Buchsbaumzünsler nach jeder Saison etwa 30 Kilometer weiterzieht, um sich neue Fresspfründe zu sichern.

Kaum noch natürliche Fressfeinde vorhanden

Natürliche Fressfeinde hat der Zünsler übrigens kaum welche. Der Spatz zählt dazu. Aber von seiner Art gibt es auch immer weniger, sodass der Spatz den Raupenheerscharen nicht gewachsen ist. Zum Einsatz von Laufenten wird geraten. Die fressen auch noch andere Schädlinge wie Schnecken.

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