Bücherdienst

Bücherboten wollen Senioren eines Wohngebiets in Dorsten mit Literatur frei Haus versorgen

Bücherboten wollen damit beginnen, ältere Anwohner in der Stadtsfeld-Siedlung in Dorsten mit Leihbüchern der Stadtbibliothek zu versorgen. Doch sie bringen noch mehr mit.

Die Büchertauschbox, die die "Ideenfabrik Stadtsfeld" im März am Rossiniplatz in dem Feldmärker Wohngebiet aufgestellt hatte, wird inzwischen bestens genutzt. Jetzt wollen die Nachbarschafts-Aktivisten die nächste Aktion starten, um die Bewohner des "Komponisten-Viertels" mit Literatur, aber auch mit Hörbüchern zu versorgen.

Leihbücher ins Haus

"Uns ist es gelungen, acht Bürgerboten zu gewinnen", freut sich Gerhard Jendrzey von der Ideenfabrik. Rekrutiert wurden sie aus Mitgliedern des Seniorenbeirates und dessen Begleitservice für alte Menschen, aus der Ideenfabrik und aus buchaffinen Bürgern aus der Nachbarschaft. In den nächsten Wochen werden sie damit beginnen, denjenigen Anwohnern im Stadtsfeld, die nicht mehr mobil sind, Leihbücher der Stadtbibliothek ins Haus liefern.

"Damit wollen wir vor allem alleinlebenden Senioren regelmäßige Kontaktmöglichkeiten bieten", sagt Gerhard Jendrzey. "Die Boten bringen nämlich nicht nur Bücher, sondern auch die nötige Zeit für ein nettes Gespräch mit." Die Anregung dazu kam von Christa Keding, Anwohnerin der Siedlung: "Das kenne ich aus meiner alten Heimatstadt Hamburg", erklärt sie.

Das passende Buch finden

Die künftigen Buchleiher können auf die 70.000 Medien der Stadtbibliothek zugreifen, darunter sind 1300 Hörbücher und ungefähr 300 Großdruck-Bücher. Die Bücherboten erfragen während ihrer Besuche bei den Senioren deren jeweilige Interessensgebiete, Lieblingsautoren oder bevorzugte Genres und versuchen dann, aus dem großen (Online-)Fundus der Bibliothek das passende Buch zu finden. "Es ist auch für uns spannend zu sehen, wie das funktionieren wird", so Jendzey.

20,60 Euro Jahresgebühr

Wer den Service nutzen möchte, kann ihn mit einem kostenlosen Schnupperausweis drei Monate lang unverbindlich testen. Wird das Angebot dann weiter bestellt, beträgt die Jahresgebühr 20,60 Euro. "Den Bibliotheks-Ausweis bringen die Boten mit minimalem bürokratischen Aufwand vorbei", verspricht Jendrzey.

Informations-Offensive

"Nun geht es darum, möglichst viele Anwohner über unsere Idee zu informieren und sie dafür zu begeistern", sagt er. Für den Pfarrbrief ist ein Artikel vorbereitet, ein Aushang für die Infotafel am Rossiniplatz hängt bereits, die Frauengemeinschaft will bei ihren regelmäßigen Treffen Werbung für das Angebot machen, die Caritas bei ihren Hausbesuchen Flyer verteilen. "Wichtig ist die Verzahnung mit bestehenden Angeboten", so Jendrzey.

Ende des Jahres will die Ideenfabrik eine Bilanz ziehen, inwieweit die Bücherboten von den Anwohnern angenommen werden. "Wir sind dann gerne bereit, unsere Erfahrungen an Initiativen in anderen Stadtteilen weiterzugeben."

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