Bürgerversammlung

Bürger äußern Kritik zum neuen Kreisverkehr und zu Ausbauplänen der Raiffeisen Hohe Mark

Bei der Bürgerversammlung zum Ausbau des Gewerbegebiets Lembeck am Dienstagabend nahmen viele Anwohner die Möglichkeit wahr, Bedenken und Kritik zu äußern. Die Stadt hatte eingeladen.

Der Bebauungsplan "Lembeck 8" beinhaltet im Grunde drei wesentliche Punkte, wie Marcel Rottmann, Vertreter des von der Stadt beauftragten Ingenieurbüros Bockermann Fritze, erläuterte: den geplanten Parkplatz der Raiffeisen Hohe Mark eG, den Straßenendausbau inklusive neuer Parkflächen und den Kreisverkehr "Am Hagen".

Die geplante Parkfläche umfasst 44 Stellplätze

Die unmittelbar gegenüber der Raiffeisen geplante Parkfläche umfasse nach aktuellem Stand 44 Stellflächen. Eine mit Schutzgrün bepflanzte Verwallung soll dem Sicht- und Schallschutz dienen. Obwohl es sich um eine private Parkfläche handele, soll die Raiffeisen zugesichert haben, dass Anwohner und Besucher die Stellflächen an Wochenenden werden nutzen können. Es werde keinen Schlagbaum geben, ergänzte Marc Lohmann, Planungsamtsleiter der Stadt. Auf Nachfrage, ob in Zukunft auch andere anliegende Betriebe eigene Parkflächen schaffen könnten, wurde diese generelle Möglichkeit bestätigt.

Die Straßensubstanz im Gewerbegebiet weise erhebliche Mängel auf. Absackungen und Verdrückungen im Oberbau hätten einen Zustand der dauerhaften Pflege und Verkehrsgefährdung erreicht. Der Bebauungsplan sehe nun also eine Erneuerung der Straßensubstanz vor, in deren Rahmen auch die ÖPNV-Haltestellen erneuert, Gehwege angelegt und Parkraumangebote für alle Verkehrsarten geschaffen werden sollen. Natürlich innerhalb der festgesetzten Grenzen unter Berücksichtigung der Privatgrundstücke, wie Rottmann betonte. Ziel der Maßnahmen sei sowohl die Verkehrssicherheit als auch die Verkehrsberuhigung.

Ein Kreisverkehr soll gebaut werden

Der Planungsentwurf des neuen Kreisverkehrs im Bereich zwischen der Reithalle und dem Sportplatz sieht eine Zufahrt für den Weg zum Sportplatz und zwei Zufahrten für die Straße "Am Hagen", jeweils Richtung Lembeck-Dorf und Richtung Lasthausen, vor. Die vierte Zufahrt gabelt sich nach kurzer Strecke in die Straßen "Zur Reithalle" und "Kiebitzberg". Insbesondere für Ortsunkundige solle mit dem Kreisverkehr die unübersichtliche Verkehrslage bereinigt werden, aber auch eine Wendemöglichkeit für Zulieferer geschaffen werden.

Die Anwohner stellten kritische Fragen

Die vorgestellten Pläne wurden im Plenum mit einiger Skepsis aufgenommen; Sinnhaftigkeit und Realisierbarkeit einzelner Aspekte hinterfragt: Ob es den Kreisverkehr wirklich brauche. Ob neue Gehwege notwendig und Radwege nicht die bessere Alternative seien. Oder ob die neuen Parkflächen für Zulieferer durch die nahe Autobahn nicht von fremden Lastwagen dauerhaft belegt werden könnten.

Diese Möglichkeit bestehe, räumte Lohmann ein, da es sich um einen offenen Verkehrsraum handle. Sollte es dazu kommen, müsse man prüfen, inwiefern man das Parken unattraktiver machen könne. Sorgen bereitete auch, dass parkende Lkw die Einsehbarkeit der Kurven einschränken und somit Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zum Sportplatz oder zur Reithalle gefährden könnten.

Natürlich waren auch die Kosten ein Thema. Die auf bis zu zwei Jahre angelegten Maßnahmen sollen sich auf eine Gesamtsumme von etwa 4,3 Millionen Euro belaufen, die sich auf den Eigenanteil der Stadt, die Zuschüsse der Fördergeber, den Anteil Dritter und auf die Anliegerkosten verteilen werden.

Stadt will den Reitverein nicht ruinieren

Für Aufregung im Vorfeld sorgte daher die Nachricht, der anliegende Zucht-, Reit- und Fahrverein Lembeck müsse einen Teil der Kosten mittragen. Dass eine Reitfläche in einem Bebauungsplan ausgewiesen ist, sei nicht die Regel, sondern stelle einen Sonderfall dar, erklärte Heike Hülsdünker, Mitarbeiterin des Tiefbauamtes. Seitens der Stadt bestehe keinerlei Interesse, den Verein finanziell zu ruinieren. In weiteren Gesprächen werde man nach einer individuellen Lösung suchen.

Fällung 100-jähriger Eichen sorgte für Unmut

Obwohl die Baumaßnahmen erst im September dieses Jahres beginnen sollen, sorgte die Fällung 100-jähriger Eichen am "Kiebitzberg" vor wenigen Wochen für Unmut. Marc Lohmann bedauerte dies, erklärte aber, dass es sich dabei um bisher nicht genutzte Verkehrsflächen gehandelt habe: "Natur auf Zeit", sozusagen. Abschließend signalisierten die Vertreter der Stadt Dialogbereitschaft. Weitere Einzelfragen und Anliegen werde man gerne in persönlichen Gesprächen klären.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Weihnachtsmarkt: Auch diesmal heißt es in der Recklinghäuser Altstadt "Advent hoch vier!"
Weihnachtsmarkt: Auch diesmal heißt es in der Recklinghäuser Altstadt "Advent hoch vier!"
Bürgermeister aus Haltern will Landrat werden – überregional bekannt wurde er durch die Germanwings-Katastrophe
Bürgermeister aus Haltern will Landrat werden – überregional bekannt wurde er durch die Germanwings-Katastrophe
Klebeck hört als Spielertrainerin bei der DJK Spvgg. auf
Klebeck hört als Spielertrainerin bei der DJK Spvgg. auf
Was die Tücher und die Aufnäher auf der Kluft über die Pfadfinder verraten
Was die Tücher und die Aufnäher auf der Kluft über die Pfadfinder verraten
Weit über 500 Kinder mit ihren Eltern feiern auf dem Marktplatz Laternenfest 
Weit über 500 Kinder mit ihren Eltern feiern auf dem Marktplatz Laternenfest 

Kommentare