Bundesgerichtshof

Überfälle auf Tabaklieferanten: Räuber-Trio kämpft um mildere Strafen

Die Urteile gegen die drei führenden Köpfe der auch in Dorsten aktiven "Tobaccoland-Bande" sind noch nicht das letzte Wort. Das Trio wehrt sich beim Bundesgerichtshof gegen die Haftstrafen.

Das Bochumer Landgericht hatte die Rädelsführer (25, 27 und 22) der Räuberbande am 12. Oktober 2018 zu acht, sieben beziehungsweise sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das aus Dortmund stammende Trio hatte zugegeben, reihenweise deckungsgleiche, bewaffnete Überfälle auf Zigarettenlieferanten verübt zu haben - unter anderem auch in Hervest.

Die atemberaubende Serie war am 16. Dezember 2017 gestartet und am 6. März 2018 mit einer spektakulären Festnahme nachts auf offener Straße in Dortmund beendet worden. Dazwischen lagen teils brutale Raubüberfälle auf Lieferwagenfahrer in Waltrop, zweimal in Dortmund und in Hervest. Alle Coups waren perfide und bis ins Detail durchgeplant.

Gesichtsmasken und Pistolen im Kofferraum

Bei dem Überfall an der Glück-Auf-Straße hatte ein Täter-Duo das spätere Opfer beim Besteigen seines Lieferfahrzeugs mit einer Pistole bedroht und gezwungen, auszusteigen. Der angerichtete Gesamtschaden aller Taten beläuft sich mehr als 100.000 Euro.

Der Chef der Bande war seinerzeit Tourenleiter bei der Firma "Tobaccoland" gewesen, hatte Insiderwissen, kannte Schichtpläne und Wohnorte der Fahrer. Bei den Überfällen blieb der "Chef" meist im Hintergrund und wartete in eigens angemieteten, protzigen Fluchtwagen. Während die Bande in Hervest mit einem gemieteten Audi A8 aufgetaucht war, war es bei einem vorherigen Coup in Dortmund sogar ein Porsche Panamera.

Drei Komplizen akzeptieren ihre Strafen

Drei weitere verurteilte Bandenmitglieder (19, 25, 27) haben ihre Verurteilungen zu drei Jahren Haft beziehungsweise 20 und 24 Monaten Haft auf Bewährung akzeptiert. Die Urteile gegen die drei Rädelsführer sind dagegen durch die eingelegten Revisionen noch nicht rechtskräftig.

Sollte der BGH bei der Prüfung Rechtsfehler an dem Bochumer Urteil finden, könnte angeordnet werden, dass der "Tobaccoland-Prozess" noch einmal neu verhandelt werden muss.

Mit einem Ergebnis in der Revisions-Frage ist frühestens im Herbst 2019 zu rechnen.

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