An der Bundesstraße 58

Sturm "Friederike" bläst über 100 Jahre alte Buche um

Wulfen - Über 100 Jahre hat sie Wind und Wetter getrotzt, selbst den Orkan "Kyrill" überstanden. Dann kam Sturmtief "Friederike". Das war zu viel für die "Napoleonsbuche" auf dem Gelände des ehemaligen Landhandels von Johannes Mergen an der Bundesstraße 58.

Der Baum kippte am vergangenen Donnerstag (18.1.) während der heftigen Sturmböen einfach so um. Der Boden war aufgeweicht, der Flachwurzler hatte keinen Halt mehr. "Das ging im Zeitlupentempo", erinnert sich Johannes Mergen.

Mir blutet das Herz

Dem 63-Jährigen gehören Hof und Grundstück, er betrieb bis September des vergangenen Jahres den Landhandel, der jetzt verpachtet ist, und kennt die mächtige Buche seit seiner Kindheit: "Mir blutet das Herz, dass dieser gesunde Baum einfach umgefallen ist." Der Wulfener ist aber natürlich heilfroh, dass nicht mehr passiert sei. "Die Buche hätte ja auch auf die Gebäude fallen können, auf Autos oder Menschen." Denn viele Kunden seien während des Sturms auf dem Gelände gewesen und hätten das Umkippen live mitbekommen. Stattdessen sei die Buche, die in der Einfallschneise einer heftigen Windböe gestanden habe, auf einen Ahorn gefallen und habe diesen gespalten.

1,30 Meter Stammdurchmesser

Die umgekippte, von Einheimischen genannte "Napoleonsbuche", weil sie auf dem ehemaligen "Napoleonsweg" stand, hat einen Stammdurchmesser von immerhin 1,30 Meter. Johannes Mergen schreitet die Baumlänge ab: "Die Buche war ungefähr 27 Meter hoch." Ganz schön mächtig. Man kann sich vorstellen, was passiert wäre, wenn der Baum auf ein Gebäude gekippt wäre.

Am Donnerstag (25.1.) in aller Frühe kommen Fachleute eines Baumfällunternehmens und beseitigen das, was von dem einst stolzen Baum übrig geblieben ist. Auch der gespaltene Ahorn wird entfernt. Gleichzeitig lässt Johannes Mergen auch die beiden Rosskastanien auf dem Parkplatz fällen. "Die sind schon länger durch die Miniermotte und ein Bakterium geschädigt, was mir auch ein Gutachter aus Vreder bestätigt hat", so der Wulfener.

Eichen und Kastanien

Wahrscheinlich lässt er auch noch die beiden Eichen, die am Rande der Bundesstraße 58 stehen, fällen. "Die weisen auch schon Bruchstellen auf. Bevor sie noch auf die Fahrbahn stürzen ..." Johannes Mergen sind seine Rosskastanien, die auch schon über 100 Jahre alt sind, ans Herz gewachsen. Deshalb hat er auch etwa 20 junge Bäumchen auf seinem Waldgrundstück an der Frankenstraße gepflanzt. Quasi als kleinen Ausgleich.

Mit der Auswahl neuer Bäume auf dem Parkplatz will er sich hingegen Zeit lassen. Schließlich müssen das Bäume sein, die mindestens genau so lange wie ihre Vorgänger oder noch länger dort stehen und den nächsten Stürmen trotzen.

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