Diabetes

Abendsprechstunde: "Die Krankheit Diabetes ist heute kein Todesurteil mehr"

Diabetiker fühlen sich oft schlapp, müde und wenig leistungsfähig, berichtete PD Dr. Christoph Elsing am Mittwoch in der Abendsprechstunde. Auch, was eine Echsenart mit Diabetes zu tun hat.

"Noch habe ich es nicht, aber vielleicht kriege ich das auch noch." Gemeint hatte die Besucherin der Abendsprechstunde die Volkskrankheit Diabetes. Denn genau darum ging es in zwei launigen Vorträgen von PD Dr. Christoph Elsing, Chefarzt der Inneren Medizin am St.-Elisabeth-Krankenhaus, sowie Diabetesberaterin Sandra Weß - und das vor vollem Haus.

Diabetiker fühlen sich oft schlapp und müde

Schlapp, müde und wenig leistungsfähig - so fühlen sich Diabetiker oft, weil, so Elsing, "sozusagen das Öl für den Automotor fehlt." Durch den Zuckerverlust habe man ständig das Gefühl, man habe nicht genug Energie, man könne ständig essen, trinke viel und schwemme damit wieder Zucker aus. Der Körper befinde sich quasi in einem Teufelskreis, mit dem Infektionen sowie Wundheilungsstörungen, aber auch Augenerkrankungen einhergehen, weil der Zucker der Linse Wasser entziehe, sie dadurch schrumpfe und sich verkleinere. "Die schlackert dann im Auge rum." Die Folge: Verschwommenes Sehen.

"Es gibt neue Therapien"

Die gute Nachricht: "Diabetes ist heute kein Todesurteil mehr. Es gibt gute neue Therapien sowohl mit Tabletten als auch mit Insulin." Wichtige Voraussetzung sei aber stets eine gute Einstellung, etwa des Blutdrucks oder Cholesterins, sowie die zügige Bestimmung der jeweiligen Diabetes-Unterform mit ihren verschiedenen Begleiterkrankungen. Genau dafür ist jetzt am Elisabeth-Krankenhaus eine Stoffwechselstation im Aufbau, bei der etwa Ärzte wie Chirurgen, Kardiologen, Angiologen und Gefäßmediziner mit Physiotherapeuten, Ernährungs- und Diabetesberatern, Diabetologen, dem Sozialen Dienst sowie dem Pflegepersonal interdisziplinär zusammenarbeiten, um Diabetes rechtzeitig zu erkennen, wie Sandra Weß erläuterte.

Die Hafertage sind eine neue Therapieform

Neben der neuen Form der Diagnostik stehen heute auch moderne Therapiemöglichkeiten in Dorsten zur Verfügung, etwa die sogenannten Hafertage. Dabei ernähren sich die Patienten drei Tage lang nur von Hafer mit minimaler Gabe von Obst und Gemüse. "Durch die kalorienarme Kost - es handelt sich um maximal 1000 Kalorien am Tag - kommt es zur Stoffwechselumstellung. So ist viel weniger Insulin nötig", so Weß. Die stationäre Behandlung sei dabei von Vorteil, weil etwa die kontinuierliche medizinische Überwachung des Blutzuckers eine Unterzuckerung sofort melde.

Ausdauersport ist wichtig

Generell ist die stationäre Behandlung von Diabetes auf dem neuesten Stand: "Wir messen Insulinresistenzen und wie viel Insulin der Körper selbst produziert und wir erarbeiten Bewegungskonzepte, die adaptiert auf die jeweiligen Möglichkeiten des Patienten sind", so Weß. Dabei handele es sich um Ausdauersport, möglichst fünfmal 30 Minuten pro Woche. Entscheidend: "Es muss reizen, damit der Stoffwechsel angekurbelt wird."

Medikamente mit neuen Wirkprinzipien

Neben den neuen Therapien machen inzwischen auch neue Medikamente zur Zuckersenkung von sich reden. Sie haben ganz neue Wirkprinzipien mit dem positiven Nebeneffekt der Gewichtsabnahme. Elsing: "Da sie nur wirken, wenn man etwas isst, sinkt automatisch die Gefahr der Unterzuckerung. Drauf gekommen ist man durch eine Echsenart."

Wenn die ihre Feinde gebissen habe, seien diese an Unterzuckerung gestorben. Aus dem Speichel habe man später die tödliche Substanz isoliert und erforscht. Elsing schmunzelnd: "Ein bisschen Voodoo machen wir auch noch." Das dürfte der Dame, die eingangs ohne Diabetes erschienen war, gefallen habe. Sie jedenfalls würde immer wieder zum Vortrag kommen.

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