DLRG Dorsten

Seit 50 Jahren Schwimmen lehren - Leben retten

Dorsten - Seit dem 2. Mai 1968 späht der Adler im Logo-Zeichen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft auch auf Dorstener Gewässer. Am Sonntag feierte die DLRG-Ortsgruppe ihren 50. Geburtstag.

Als Gründungsmitglieder können sich Franz-Josef Vospohl und Richard Zimmermann noch gut an die Anfänge der DLRG in Dorsten erinnern: "Vorher gab es hier einen Stützpunkt der DLRG Dorsten-Marl, doch am 2. Mai 1968 war es Max Kuon, der ehemalige Leiter der Gerhart-Hauptmann-Realschule, der in der damaligen Hervester Bahnhof-Kneipe Dinkel aus dem Stützpunkt einen eigenständigen Ortsverein machte."

Schwimmenlernen in der alten Kanalbadeanstalt

Franz Vospohl hatte das Schwimmen noch in der alten Kanalbadeanstalt gelernt. Denkt er an diese Zeit zurück, fallen ihm auch gleich die "Strategen" ein, die sich in das Kapitel der städtischen Schwimmgeschichte auf ewig eingetragen haben: Heinz Kampshoff, Karl-Heinz Hoppe, Heinz Brendel, Rolf Wolters - "damit fing für mich persönlich alles an", sagt Vospohl, der der DLRG seit 50 Jahren als Geschäftsführer/Schatzmeister die Treue hält.

Das Hafen-Café der Hanse Marina Dorsten am Kanal war die passende Location für die Feier des 50. Geburtstages, zu der der 1. Vorsitzende Gregor Adamski am vergangenen Sonntag rund 50 Gäste begrüßen durfte. Darunter auch Wolfgang Cech, Vizepräsident des DLRG-Landesverbandes Westfalen, Bezirksleiter Detlef Meer und Bürgermeister Tobias Stockhoff, der der Ortsgruppe dankte, vor allem für die hervorragende Arbeit in der Ausbildung.

2001 wurde das Freibad geräumt

Adamski ließ in seiner Geburtstagsrede die vergangenen 50 Vereinsjahre Revue passieren. Anfangs habe man die Schwimmausbildung im Freibad und den Hallenbädern der Nachbarstädte durchgeführt. Mit der Eröffnung des Dorstener Hallenbades 1972 waren diese Auswärtsreisen nicht mehr nötig. "250 bis 400 Rettungsschwimmabzeichen pro Jahr haben wir damals abgenommen", weiß Adamski.

1987 konnte die Ortsgruppe ihren Jugend- und Schulungsraum im Freibad einrichten. 2001 dann die große Wende: Das Freibad wurde geräumt. Ein Jahr später wurde das Hallenbad geschlossen, das der Verein 30 Jahre kostenlos hatte benutzen dürfen. "Das fehlt uns heute noch", betont Adamski, "wir können unsere Arbeit nur mit den Bädern machen, sprich, wenn die Politik uns die Möglichkeiten zur Verfügung stellt". Seit 2005 finden die Übungsabende nur noch im Hallenbad Wulfen statt, das dank des ehrenamtlichen Engagements des Trägervereins vor der Schließung bewahrt werden konnte. Die Zusammenarbeit mit dem Freizeitbad Atlantis bezeichnet Adamski als gut.

6425 Rettungsschwimmerabzeichen abgenommen

Gemäß dem Leitgedanken, Kinder zu Schwimmern und Schwimmer zu Rettungsschwimmern auszubilden, hat sich der Ortsverband in den vergangenen 50 Jahren verdient gemacht. "Die DLRG Dorsten, die im Moment fünf Lehrscheininhaber vorweisen kann, hat bis heute 6425 Rettungsschwimmerabzeichen abgenommen", zitiert der Vorsitzende aus der Statistik. Apropos Statistik: Die Höchstmarke von fast 400 Mitgliedern (Mitte der 1990er-Jahre) sei nie mehr erreicht worden, aber der junge Nachwuchs - immerhin 60 Mitglieder von aktuell insgesamt 172 - lasse hoffen.

Jedes Kind soll schwimmen lernen

"Jedes Kind soll nach der 4. Klasse schwimmen können und das Jugendschwimmabzeichen in Bronze erworben haben, so will es die Landesregierung", betont Wolfgang Cech die wichtige Rolle, die die DLRG in diesem Zusammenhang spiele. Auch Bezirksleiter Detlef Meer hob vor, dass die ehrenamtliche Arbeit der Ortsgruppe einen wichtigen Beitrag dazu leiste, dass das Leben in Dorsten - der Stadt an Lippe und Kanal - ein Stück sicherer werde.

Ehrungen in Silber und Gold

Zum Schluss des offiziellen Teils gab es noch Ehrungen für 10- und 25-jährige Mitgliedschaft. Franz Vospohl, Richard Zimmermann und Antonius Lampen wurden für 50 Jahre DLRG-Arbeit mit dem Mitgliedsehrenzeichen in Gold ausgezeichnet. Und dann standen noch zwei Extra-Ehrungen für hervorragende ehrenamtliche Mitarbeit auf dem Plan: Die heftete Wolfgang Cech Cordula Rieger und dem Vereinsvorsitzenden Gregor Adamski ans Revers.

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