Dorstener Frauenkulturtage

Frauen des Literarischen Arbeitskreises Dorsten präsentierten ihre Werke im Baumhaus

Es hat schon Tradition, dass sich die Frauen des Literarischen Arbeitskreises Dorsten bei den Frauenkulturtagen mit eigenen Texten zu Wort melden. Freitag fand die Lesung im Baumhaus statt.

Zum Thema "Fairplay oder Falschspiel" präsentierten sich diesmal Dr. Heike Wenig, Christel Blüggel, Brigitte Wiers und Ute Heymann genannt Hagedorn. Sie übernahm die Moderation des ganzen Abends und Dorit Isselhorst, Lehrerin an der Städtischen Musikschule Dorsten, sorgte für einen stimmungsvollen Rahmen mit Stücken von weiblichen Komponistinnen des 20. und 21. Jahrhunderts.

"Es kommt immer anders, als man denkt"

Frisörmeisterin Christel Blüggel ist seit 2015 Mitglied im LAD. Schon in der Schulzeit hatte sie Geschichten entworfen, aber erst als sie wegen ihres kranken Mannes das Haus hüten musste, fing sie an, sie aufzuschreiben. In "Es kommt immer anders, als man denkt" muss eine junge Frau nach der Trennung der Eltern mit unerwarteter Schwangerschaft und treulosem Erzeuger ihr Leben ganz allein wieder auf die Beine stellen. Viel später, als sie längst Innenarchitektur studiert hatte, traf sie ihn wieder. Aber den braucht sie nicht mehr.

Die Ärztin Dr. Heike Wenig stellte zwei historische und eine zeitgenössische Kurzgeschichte vor, eröffnete aber mit Gedichten. Manchmal sind Gedichte ganz einfach und wohltuend. Auch wenn man sie nur einmal kurz hört, hat man alles verstanden. Aber die meiste Lyrik, die an diesem Abend gelesen wurde, hätte zum vollen Verständnis der Vielschichtigkeit entweder eine Projektion zum Mitlesen oder ein Gespräch mit dem Publikum gebraucht. So beeindruckte Heike Wenig vor allem durch Ihre Kurzgeschichte "Stich ins Herz", die an einem Krankenhaus in Karlsruhe beginnt, in dem sie tatsächlich mal arbeitete.

Ihre medizinischen Kenntnisse bringen die Hauptfigur in Kontakt mit verwundeten Mafiosi, die sie nicht mehr gehen lassen - bis sie den Capo tötet und flieht. Aber die "Familie" findet sie. "Ein positives Ende war leider nicht möglich", meinte Heike Wenig auf Nachfrage aus dem Publikum.

Die Gelassenheit und Friedfertigkeit im Alter

Brigitte Wiers ist schon seit 1990 im LAD. Kurz vor ihrem 89 Geburtstag arbeitet sie am nächsten Buch mit dem Titel "88 - Na und?" Darin reflektiert sie über die Gelassenheit und Friedfertigkeit im Alter.

Ute Heymann genannt Hagedorn las unter anderem "Gefudelte Freundschaft" und "Führe mich ruhig in Versuchung". Im ersten Text geht es um einen Spielenachmittag, der schon fast zu einer zwanghaften Institution geworden ist. Die Versuchung im zweiten Text heißt "Carola" und eine Weile muss Dieter sortieren, was im wirklich wichtig ist. Das Ergebnis: "Zu wissen, wo man hingehört, ist ein bisschen wie Geburtstag zu haben."

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