Einbrüche auf der Hardt nicht gemeldet

Technikpanne bei der Polizei schluckt Einbrüche

Hardt - Wie oft wurde in der letzten Zeit auf der Hardt in Dorsten eingebrochen? Gar nicht. So ging es jedenfalls aus den Meldungen hervor, die die Polizei herausgab. Die Realität ist aber eine ganz andere.

Gerüchte um viele Einbrüche in der Nachbarschaft haben einen Anwohner des Nikolausweges beunruhigt. "Ist wirklich so viel auf der Hardt eingebrochen worden?", wollte er am Donnerstag wissen. In unserer Zeitung habe davon nämlich nichts gestanden. Recht hat er. Und dafür gibt es einen ungewöhnlichen Grund, nämlich eine Technikpanne bei der Polizei.

Polizeisprecherin stutzig

Grundsätzlich ist es so, dass die Pressestelle des Polizeipräsidiums Recklinghausen jeden Tag über die aktuellen Einbrüche berichtet und diese daraufhin zeitnah in der Zeitung veröffentlicht werden, auch damit sich Zeugen melden können. Einbrüche auf der Hardt waren da in den vergangenen Wochen aber nicht dabei.

Das machte auch Polizei-Pressesprecherin Ramona Hörst am Donnerstag stutzig, denn immerhin von zwei Einbrüchen - einem auf dem Nikolausweg und einem auf der Klosterstraße - wusste der Anwohner definitiv zu berichten. Und so begab sich die Pressesprecherin auf Ursachenforschung - und wurde fündig.

Fehler erst jetzt erkannt

Der Grund, dass die Einbrüche auf der Hardt ihr erst nach einer aufwendigen Suche im Computer, bei dem sie Straße für Straße des Stadtteils unter die Lupe nahm, angezeigt wurden, habe mit einer technischen Umstellung zu tun, teilte die Sprecherin mit. Diese habe dazu geführt, dass Einbrüche in Privatwohnungen in den vergangenen Wochen fast nicht mehr angezeigt wurden.

Einbrüche in Geschäftsräume, Arztpraxen, Schulen und andere öffentliche Gebäude wurden bei der Recherche aber nach wie vor angezeigt, sodass der Polizei dieser Fehler erst durch die Anfrage des Anwohners am Donnerstag auffiel. "Wir sind dankbar dafür, dass der Leser angerufen hat. Denn wir wollen ja transparent sein und aufklären."

Am Donnerstag konnte Ramona Hörst, nach einer Neuausrichtung der Recherche, dann auch mitteilen: Am 26. Januar ist in ein Haus auf der Plaggenbahn und in ein Haus am Marderweg eingebrochen worden, am 18. Januar in ein Haus auf der Klosterstraße, am 6. und am 30. Januar in ein Haus auf dem Nikolausweg, vom 27. auf den 28. Januar in ein Haus auf der Overbergstraße und am 10. Februar und in der Zeit zwischen dem 9. und 12. Februar in Häuser auf der Raiffeisenstraße.

"Das ist schon auffällig", bestätigte Ramona Hörst das Gefühl der Anwohner, die Einbrecher würden besonders häufig in ihrer Gegend zuschlagen. "Die Kollegen sind sensibilisiert und haben den Bereich besonders im Blick."

Autobahn spielt wohl keine Rolle

Mit der Nähe zur Autobahn A31 hätten die vielen Einbrüche auf der Hardt aber nur bedingt etwas zu tun. "Es gibt neue Untersuchungen, dass die Autobahn selbst gar keine so große Rolle spielt, sondern die Fluchtmöglichkeiten über Landes- und Bundesstraßen", berichtete Ramona Hörst.

Das Bild zeigt den Einbruchsradar, auf dem bald wieder einmal in der Woche die vollendeten und versuchten Einbrüche zu sehen sind. In der Statistik tauchen die versuchten Einbrüche nicht auf. "Das wären zu viele", sagt Ramona Hörst.

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