Einstimmige Entscheidung

Dorsten saniert und erweitert das Rathaus für 40 Millionen Euro

Dorsten - Für 40 Millionen Euro wird Dorsten in den nächsten Jahren sein Rathaus sanieren und um einen Anbau erweitern. Die einstimmige Entscheidung des Stadtrates fiel hinter verschlossenen Türen.

Grundlage war nach Angaben von Bürgermeister Tobias Stockhoff eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young Real Estate GmbH aus Düsseldorf. Fünf mögliche Varianten hatten die Experten analysiert, wobei ein Abriss des Gebäudes am Gemeindedreieck nicht zur Debatte stand. Seit 2017 steht das Rathaus unter Denkmalschutz.

325 Verwaltungsmitarbeiter werden eines Tages umziehen

"Die Sanierung ist wirtschaftlich möglich und vertretbar", sagte Stockhoff. Und: "Die Wirtschaftsprüfer haben auch vorgeschlagen, die gemieteten Büroflächen an der Bismarck- und Halterner Straße durch Eigentum zu ersetzen statt weiterhin Miete zu bezahlen." Dort arbeiten 325 Verwaltungsmitarbeiter, im eigentlichen Rathaus sind es 175.

Dorstens Kämmerer Hubert Große-Ruiken begrüßt die politische Entscheidung: "Langfristigen Bedarf sollte man als Stadt selbst im Portfolio haben. Aus heutiger Sicht ist mit der Anmietung damals etwas falsch gemacht worden." Der Rathaus-Anbau lasse sich aus der eingesparten Miete finanzieren und soll nach 25 Jahren abbezahlt sein. Mit Eigentum sei die Stadt gegen Mieterhöhungen gewappnet und es werden finanzielle Ressourcen frei, die dann für andere öffentliche Aufgaben zur Verfügung stehen, so der Kämmerer. Die Stadt will sich in den nächsten Jahren um Fördergelder bemühen.

Dass das Rathaus saniert werden muss, steht außer Frage. Die Anforderungen an den Brandschutz werden längst nicht mehr erfüllt, die Büros befinden sich nach Ansicht der Personalratsvorsitzenden Waltraud Hadick "überwiegend in einem schlechten Zustand". Technischer Beigeordneter Holger Lohse räumt ein, dass die Sanierung "ein Stück weit auf die lange Bank geschoben" wurde.

Politiker sehen langfristig finanzielle Vorteile

Die politischen Debatten sollen sachlich verlaufen sein. Sie fanden nichtöffentlich statt, um den namentlich nicht genannten Vermieter der Verwaltungsgebäude an der Bismarck- und Halterner Straße zu schützen und seine Position bei der Neuvermietung in einigen Jahren nicht zu schwächen. Friedhelm Fragemann (SPD) sprach stellvertretend von einer "optimalen Lösung". Wichtig, das betonten Sprecher aller Fraktionen, sei, dass die Stadt langfristig finanzielle Vorteile habe. Und ebenso wichtig sei es jetzt, der Bevölkerung den Beschluss zu erklären.

Nun geht es an die Detailplanung: Unklar ist, an welcher Stelle der Anbau entsteht, zur Bismarck- oder zur Halterner Straße hin. Auch der Zeitplan ist noch vage: Bis 2021 soll die Planung stehen. Sanierung und Anbau werden anschließend einige Jahre in Anspruch nehmen. Stockhoff: "Die Mietverträge sind flexibel, wir stehen nicht unter Zeitdruck."

"Wir wollen keinen Luxus"

Wichtig ist dem Bürgermeister und allen Entscheidungsträgern: Der Altbau (nach Sanierung) und der Anbau sollen einen mittleren Standard erhalten. Stockhoff: "Wir wollen keinen Luxus, benötigen aber vernünftige und angemessene Arbeitsplätze, damit die Mitarbeiter ihren Aufgaben für unsere Stadtgesellschaft nachkommen können, ohne sich täglich ärgern zu müssen über improvisierte Kabelschächte, bis auf den Faden abgewetzte Bodenbeläge oder Risse in den Wänden."

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