Flüchtlingsarbeit Dorsten

Flüchtlinge mit Bleiberecht in Dorsten werden umfangreich unterstützt

Integration von Migranten kostet Zeit. Integration kostet Geld: 184.643 Euro stellt das Sozialamt 13 Beteiligten im kommenden Jahr zur Verfügung. Einige Projekte sind neu.

An der Integration von Zuwanderern sind viele Dorstener beteiligt. Dafür gibt's Geld.. Knapp 200.000 Euro stellt das Sozialamt 2019 bereit. Das Konzept, wer oder was unterstützungswürdig ist, wurde laut Mitteilung der Verwaltung mit dem Migrationsplenum erörtert und abgestimmt. In einzelnen Bereichen gibt es mal mehr oder weniger Geld als im Vorjahr.

Das betrifft zum Beispiel die Flüchtlingsberatung und -betreuung, die 2019 mit 5.857 Euro weniger als im Vorjahr auskommen muss (2019: 68.789). In den vergangenen Jahren wurde die Migrationserstberatung der Caritas wegen der hohen Fallzahlen personell aufgestockt. Es gibt zwei Stellen, davon werden zwei halbe Stellen für die Flüchtlingsbetreuung von der Stadt Dorsten finanziert.

Caritas hat selbst Mittel online eingeworben

Die Caritas blieb nicht untätig und streckte selbst die Fühler aus, um weitere Mittel einzuwerben. Sie konnte 6.930 Euro über die Online-Beratung akquiriert werden, die mit Personalkosten verrechnet wurden. Wegen rückläufiger Flüchtlingszahlen sei die Finanzierung der Flüchtlingsbetreuung im bisherigen Umfang in 2020 nicht mehr notwendig, hat die Verwaltung beim Blick in die Statistik festgestellt. Seit 2015 sind noch nie so wenig Flüchtlinge nach Dorsten wie in diesem Jahr gekommen. Es waren 24.

Trotzdem wird mit wachsendem Beratungsbedarf durch die Professionellen bei der Caritas gerechnet, weil immer mehr Migranten anerkannt bzw. über die Wohnsitzauflage Dorsten zugewiesen werden. Immerhin leben mittlerweile 643 Migranten mit Wohnsitzauflage in Dorsten. Das sind all die Menschen, deren Aufenthaltsstatus geklärt ist, weil es sich um anerkannte Asylbewerber handelt. Sie haben ihr Aufnahmeverfahren erfolgreich überstanden. Und beziehen, soweit sie nicht berufstätig sind, Leistungen nach Sozialgesetzbuch (SGB II).

416 Menschen mit noch nicht beendetem Asylverfahren

In Dorsten leben aber auch noch 416 Menschen mit ungeklärtem Status, davon 120 in den 19 städtischen Unterkünften. Sie beziehen Leistungen nach dem Aslybewerbergesetz.

Da es also großes Beratungs- und Informationspotenzial gibt, empfiehlt die Stadt den Wohlfahrtsverbänden, weitere Zuschüsse beim Bund oder beim Land zu beantragen. "Die Stadt kann nicht als Antragsteller für Zuschüsse des Bundes und der Länder auftreten, da die Wohlfahrtsverbände die Mittel beantragen müssen", heißt es in einer Erläuterung für den Sozialausschuss, der sich kommende Woche Mittwoch (7.11.), 17 Uhr, im Rathaus an der Halterner Straße 5 mit der Thematik befasst.

Schulsozialarbeit für Jugendliche mit Migrationshintergrund

35.000 Euro aus den Fördermitteln des Integrationskonzeptes fließen wie im Vorjahr der migrantenorientierten Schulsozialarbeit zu. Schulsozialarbeiterin Irena Modler hat im Sommer an den Hauptschulen die migrationszentrierte Schulsozialarbeit aufgenommen.

Weitere Mittel werden für folgende Projekte zur Verfügung gestellt:

Schulung Integrationslotsen: 2000 Euro

Pro GHW: 8.000 Euro zur Unterstützung den Ortsteils Wulfen-Barkenberg, der besonders viele Migranten und Flüchtlinge aufgenommen hat. 2019 soll eine Bestandsanalyse vorgenommen werden, um Anlaufadressen für neu Zugewanderte sichtbar zu machen und niederschwellige Angebote zu installieren.

Kinderprojekte: 1.000 Euro für Lern- und Spieltreff.

Interkultureller Kalender: 6.000 Euro. Erfahrungen der Interkulturellen Woche zeigen, dass die Angebote gut angenommen werden. Der Kalender soll einen Überblick über Veranstaltungen verschaffen. Pro Monat soll ein Kooperationspartner eine Aktion anbieten, zu der eigenladen wird.

Förderung interkultureller Vereinsarbeit: 1500 Euro.

Öffentlichkeitsarbeit: 2.000 Euro.

Geflüchtete im Ehrenamt: 10.000 Euro.

Mein Dorsten - meine Stadt: 3.000 Euro. Es handelt sich um ein Projekt, das zusammen mit dem Jugendgremium Jugend in Aktion veranstaltet wird. Es läuft im zweiten Jahr, und ermöglicht Jugendlichen mit Migrationshintergrund, mit hier aufgewachsenen Jugendlichen zusammenzukommen.

Projekt Kitama: 1.000 Euro für Flüchtlingsfrauen, die im Familienzentrum niederschwellige Sprachangebote annehmen.

Lern- und Spieltreff an der Bonifatiusschule: 10.000 Euro. Kinder von Flüchtlingen erhalten Mittagessen und zusätzliche Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung in Kooperation mit der Martin-Luther Gemeinde, dem Dorstener Integrationsforum und dem Verband evangelischer Kirchen.

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