Frauen mussten in Dorstener Bordell arbeiten

Voodoo-Prozess: Dolmetscher in der Kritik

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Dorsten/Bochum - Im Prozess um Voodoo-Schwüre und Prostitution stehen plötzlich zwei Dolmetscher in der Kritik. Zwei Verteidiger fordern ihre Absetzung. Im Prozess geht es um eine Gruppe junger Nigerianerinnen die ins Ruhrgebiet geschleust und hier in Bordellen zur Prostitution gezwungen worden sein sollen - unter anderem Dorsten.

Die beiden Dolmetscher sollen sich vor einem der letzten Verhandlungstage kurz unterhalten haben. Dabei ging es angeblich darum, dass eine der angeklagten Frauen im Prozess auf keinen Fall belastet werden soll. Diese Nachricht sollte von einem der Angeklagten an einen Mitangeklagten weitergegeben werden.

Nach Angaben von zwei Verteidigern, die über das angebliche "Geheim-Gespräch" informiert worden waren, soll die kurze Unterhaltung in einer Stammessprache geführt worden sein.

Richterin fordert Erklärung

Richterin Isabell Hoffmann nahm die Sache auf jeden Fall so ernst, dass sie die Verhandlung vor dem Bochumer Landgericht am Donnerstag sofort für rund zwei Stunden unterbrochen hat. Anschließend mussten die Dolmetscher sich zu den Vorwürfen erklären. Beide wiesen sie Anschuldigungen zurück. Es seien keine Anweisungen über sie weitergegeben worden, gaben sie zu Protokoll. Einer von ihnen beteuerte zudem, die genannte Stammessprache überhaupt nicht sprechen zu können.

Unklar, ob Dolmetscher dabei bleiben

Ob die Dolmetscher im Prozess bleiben dürfen, ist noch unklar. Die Verteidiger wollen sich nun noch einmal mit ihrem Mandanten besprechen und die Vorwürfe gegebenenfalls konkretisieren.

Den angeklagten vier Männern und zwei Frauen aus Nigeria wird vorgeworfen, Frauen aus ihrer Heimat unter falschen Versprechen ins Ruhrgebiet geschleust und zur Prostitution gezwungen zu haben. Ihre Gehorsamkeit soll durch einen Voodoo-Schwur erzwungen worden sein. Die betroffenen Frauen mussten angeblich unter anderem in Bordellen in Dorsten, Castrop-Rauxel und Selm arbeiten.

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