Gebäudekomplex mit Fördermitteln aufgepeppt

Fassade wird zum Hingucker

Dorsten - Der Zahn der Zeit hatte kräftig am Gebäudekomplex an der Ursulastraße/Ecke Nonnenstiege genagt. Doch jetzt erstrahlt die Immobilie äußerlich in neuem Glanz - und wertet das städtebauliche Bild deutlich auf.

Mit dieser Gebäude-Modernisierung feiert das Stadtumbau-Programm "Wir machen Mitte - Dorsten 2020" eine Premiere - erstmalig wurde die Umgestaltung eines Hauses mit Landesmitteln aus dem "Hof- und Fassadenprogramm" gefördert. "Wir hoffen, dass das Projekt Vorbildcharakter hat", sagt Architekt Kai Stege vom Stadtteilbüro "Wir machen Mitte".

Denn bislang ist die Resonanz der Immobilienbesitzer der Dorstener Mitte auf das Förderprogramm eher verhalten. "Das läuft noch nicht so toll", äußert sich Stadtbaurat Holger Lohse. Mehr als 600.000 Euro stehen an Landesgeldern zur Verfügung. "Und vielleicht wird das sogar noch ausgeweitet." 40 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten können bezuschusst werden. Lohse: "Uns ist es wichtig, dass öffentliche Fördergelder private Investitionen nach sich ziehen."

Auf Eigentümer zugehen

Christoph Dames, der im Stadtteilbüro an der Gahlener Straße 9 für das Technische Management zuständig ist, mutmaßt: "Es hat den Eindruck, als würden die Hauseigentümer erst mal abwarten, wie erfolgreich der erste Umbau war." Es habe zwar bereits interessierte Nachfragen gegeben ("aber bislang nicht für Innenhöfe"), zur Bewilligungsreife sei indes noch keine Anfrage gelangt. Das Stadtteilbüro habe bereits mehrere stadtbildprägende Gebäude von sich aus unter die Lupe genommen. "Da werden wir bald auf die Eigentümer zugehen."

Fragt man Werner Kleine-Möllhoff, wie er den Umbau an der Ursulastraße/Nonnenstiege bewertet, bekommt man eine klare Antwort: "Er war sehr erfolgreich, das kann ich jedem nur zur Nachahmung empfehlen." Kleine-Möllhoff ist Geschäftsführer der Dorstener Wohnungsgesellschaft (DWG), die für den Hauseigentümer der Wohnanlage mehrere Objekte in Dorsten verwaltet. "Die Zusammenarbeit mit dem Stadtteilbüro war in jeder Phase sehr gut, von den ersten Informationen bis hin zur inhaltlichen Beratung und der Antragstellung."

Hof- und Fassadenprogramm

Sein Kunde hat das Haus umfassend modernisiert, für zwei Einzelmaßnahmen gab es Geld in fünfstelliger Höhe aus dem "Hof- und Fassadenprogramm". Zum einen für die Farbgestaltung des Gebäudes aus den 1950er-Jahren, dessen Treppengiebel ein mittelalterliches Gestaltungsmerkmal aufgreifen. "Das warme, erdige Rotbraun in der Ursulastraße ist eine Reminiszenz an die Ziegeltöne der Altstadt", so Architekt Kai Stege. Für die Fassade der Nonnenstiege sei aus Gründen der Farbharmonie ein Graubeige-Ton gewählt worden.

Wertsteigernd für das Haus und das Stadtbild sei auch die Entscheidung gewesen, die Fenster, Dachgauben und Türen "historisch" in Holzoptik zu gestalten, auch dies wurde finanziell gefördert. 16 Wohneinheiten hat der Komplex, dazu ein seit Längerem leer stehendes Ladenlokal an der Ursulastraße , das vor der geplanten Neu-Vermietung noch renoviert werden soll.

Hochhaus am Westwall 39

Bis 2021 läuft das Hof- und Fassadenprogramm noch. Daraus können sowohl kleinere als auch größere Gebäude-Verschönerungen gefördert werden. Werner Kleine-Möllhoff hat schon das nächste Projekt im Auge, für das er die Fördergelder in Anspruch nehmen möchte: "Unser Hochhaus am Westwall 39 hat eine neue Fassade nötig."

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