Giftkuchen-Prozess

Zeuge verrät Details aus dem Vorleben der Angeklagten

DORSTEN - Zwei Männer und eine Frau aus Dorsten sollen einen Bekannten mit einem Methadonkuchen ermordet haben. Vor dem Schwurgericht Münster schildert ein Zeuge Details aus dem Vorleben der Frau.

Der 57-jährige Industriemeister aus Voerde hatte die Dorstenerin (48) vor Jahren in einer Reha-Einrichtung kennengelernt. "Sie war da mit einem kaputten Fuß", sagte er den Richtern trocken. Doch auch psychisch soll die Frau sehr angeschlagen gewesen sein.

Bei einem der vielen privaten Gespräche, die in der Folgezeit geführt wurden, soll die Angeklagte ihrem neuen Bekannten pikante Details aus ihrer Vergangenheit erzählt haben. Durch einen falschen Freund sei sie an Drogen geraten. Und nach der Trennung habe sie sich schließlich selbst darum kümmern müssen, das nötige Geld für das Rauschgift zu beschaffen. Wie? "Sie hat mir erzählt, dass sie ihren Körper verkauft hat", so der Zeuge am Mittwoch.

Mutter wurde getötet

Darüber hinaus will der 57-Jährige erfahren haben, dass die Dorstenerin früher psychologische Hilfe in Anspruch genommen hat, weil ihre Mutter einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sei. "Das erzählt man ja keinem, den man nicht für einen Freund hält", sagte der Zeuge. Er jedenfalls habe die Dorstenerin sehr gemocht.

Das gilt aber anscheinend nicht für den Mitangeklagten, den er kurz vor dem mutmaßlichen Methadon-Mord erstmals gesehen haben will. "Ich habe eine gute Menschenkenntnis", behauptete der Zeuge. "Und dieser Typ war mir von Anfang an suspekt." Bei seiner polizeilichen Vernehmung war der 57-Jährige früher sogar noch einen Schritt weitergegangen. In dem Protokoll heißt es: "Der war mir total unsympathisch."

Festnahme auf Gran Canaria

Tatsache ist, dass die beiden Hauptangeklagten aus Dorsten Wochen nach dem Mord auf Gran Canaria festgenommen worden sind. Dort hatten sie sich auf einem Campingsplatzgelände aufgehalten und möglicherweise gehofft, dass ihnen nie jemand auf die Schliche kommen würde.

Nach der Festnahme wurden sie in dem Ferienparadies umgehend von drei Polizisten aus dem Münsterland abgeholt. "Dabei sind natürlich Spontanäußerungen gefallen, mit denen sie die Vorwürfe abgestritten haben", sagte einer der Polizisten am Mittwoch. Eine förmliche Vernehmung habe aber nicht stattgefunden, weil die Beschuldigten erst einen Anwalt kontaktieren wollten.

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