Heimatkalender 2019

Neuer Heimatkalender beleuchtet das Thema "Heimat" von vielen Seiten

Was bedeutet Heimat? Auf 320 Seiten geben die Autoren des aktuellen Heimatkalenders 2019 darauf vielfältige Antworten, die deutlich machen: Heimat ist für alle da und mehr als nur ein Ort.

Der Schütteltest, den Josef Ulkotte live vor den Zuschauer-Augen demonstrierte, ließ keine Zweifel offen: Der neue Heimatkalender 2019 ist bombenfest gebunden. Damit dürften die Befürchtungen aus den Erfahrungen mit vorherigen Ausgaben, dass sich der Heimatkalender flugs in eine lose Zettelsammlung auflöst, definitiv zerstreut sein.

Am Montagabend hatte der Heimatbund zur Vorstellung des neuen Heimatkalenders der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten ins Foyer der Vereinten Volksbank am Südwall eingeladen. Bürgermeister Tobias Stockhoff dankte allen, die an diesem Projekt beteiligt sind und verwies auf das diesjährige Motto, das sich einem roten Faden gleich durch das gesamte Buch zieht: "Heimat ist ein besonderer Begriff, schwer zu erklären und klar von der Heimattümelei abzugrenzen. Das Besondere an der Dorstener Heimat ist, dass es hier überproportional viele Menschen gibt, die sich in unterschiedlichen Bereichen für andere einsetzen und damit die Stadt bereichern", stellt Dorstens Erster Bürger fest und bilanziert: "Wir dürfen stolz sein, was Gemeinschaft in elf Stadtteilen leisten kann." Ein breiter Reigen dieses Engagements spiegele sich im Heimatkalender wider.

Edelgard Moers, Vorsitzende des Heimatbundes, begrüßte Eva und Daniel Gruber, die an diesem Abend musikalisch den Ton angaben. Dann übernahm Josef Ulkotte, der den anwesenden Gästen den nunmehr 78. Band der Heimatkalender-Reihe ausführlich vorstellte: Von den Grußworten, die Ina Scharrenbach, Landesministerin des neu eingerichteten Heimatministeriums in NRW, sowie Dorstens Bürgermeister Stockhoff geschrieben haben, über die Nachrufe zu bekannten verstorbenen Persönlichkeiten der Stadt bis zu den Beiträgen, die unter den Überschriften Zeitgeschehen, Geschichte, Natur und Umwelt, Literarisches, Brauchtum und Interessantes gesammelt sind. Die aufwendige Chronik hat wie immer Archivleiterin Christa Setzer zusammengestellt. Gedichte und Kalender-Fotos, auf denen Jürgen Moers in Dorsten verwurzelte Bürger ins rechte Bild setzt, lockern die Beiträge auf.

Anrührende, sehr persönliche Geschichten zeugen von der Bandbreite des Heimatverständnisses: Da geht es um den Bahnhof in Dorsten, die Ruhrstadt-Stiftung, um Heimat in der Fremde und den Männerkreis der evangelischen Kirchengemeinde Hervest-Wulfen. Eine Liebeserklärung zum 50. Geburtstag von Barkenberg ist dort ebenso zu finden wie mehrere Bekenntnisse zu Lembeck: "Schließlich hat Lembeck ja ein Dreifach-Jubiläum gefeiert", sagt Ulfkotte zur Rechtfertigkeit, dass die "Lembecker Fraktion" gleich mehrfach zu Wort gekommen ist.

Aber auch diejenigen Dorstener, die ihre Heimat verlassen haben, um nach ihrem Abitur andere Länder kennenzulernen, oder gar komplett ausgewandert sind, lassen den Leser an ihren Erfahrungen teilhaben. Und dann sind da die Flüchtlinge, wie Sido, der vor dem Krieg in Syrien flüchtete und in Dorsten zwar keine neue Heimat, aber ein neues Zuhause gefunden hat.

Vielfältige Dorstener Geschichte(n), die es für 10 Euro zu kaufen gibt: "Seit 2002 ist der Preis derselbe geblieben", warb Kassierer Willy Schrudde um Käufer. Er hat sich in seiner Heimat Lembeck schon von Haus zu Haus auf die Socken gemacht, um den Kalender unter die Leute zu bringen. Mit der Ehrung von Johannes Mergen aus Wulfen, dessen Familie bereits seit 50 Jahren die Herstellung des Heimatkalenders finanziell unterstützt, endete der offizielle Teil des Abends und mündete in ein geselliges Beisammensein mit heimatlichem Wohlgefühl.

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