Hinweise zum Winterwetter

Tipps und Infos zur Kältewelle in Dorsten

Dorsten - Klirrende Kälte treibt Dorsten in diesen Tagen um - beziehungsweise legt sie an einigen Stellen auch lahm. Was gibt es bei den Minusgraden zu beachten, wie verpacken Tier, Natur und Mensch den Rückfall in den Winter? Wir haben ein paar Fakten, Tipps und Infos zur aktuellen "Eiszeit" in Dorsten zusammengestellt.

Damit der Müll nicht festfriert

Teilweise etwas später dran war die Müllabfuhr am Montag. Das hatte aber nur indirekt mit der nächtlichen Kälte zu tun: Wegen einiger Krankheitsfälle dauerte die Abfuhr etwas länger, so Stadtsprecherin Lisa Bauckhorn auf Anfrage, wurde aber überall erledigt. Damit der Abfall bei den Minusgraden nicht in der Tonne gefriert, empfiehlt die Stadt außerdem, die Mülltonnen möglichst an geschützten Orten unterzustellen und sie erst zur Leerung herauszurollen.

"Wenn die Mülltonnen kontinuierlich im Freien stehen, sollten bei Minustemperaturen gefrorene Abfälle am Leerungstag mit einem Spaten oder Besenstil vom Tonnenrand gelöst und aufgelockert werden", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Und weiter: "Abfallbehälter, in denen der Müll festgefroren ist, können vom Entsorgungsbetrieb nicht nachgeleert werden. In diesem Fall muss der Inhalt der Tonnen am Wertstoffhof angeliefert werden und kann dort dann kostenfrei entsorgt werden."

Angebot für Vögel

Vogelfreund Lothar Hennecke versucht, seinen Lieblingstieren im Garten das Leben zu erleichtern: Mit Fettknödeln und Futterhäuschen - "dort, wo die Katze nicht drankommt" - füttert er zu, bietet auch Insekten und Mehlwürmer an. Gerade in angebotsarmen Gärten sei das wichtig. "Noch wichtiger ist es, im Herbst nicht alles Laub und Geäst wegzuräumen. Lieber in einer Ecke sammeln. Dort können die Vögel dann picken." Für den Eisvogel schafft er in seinem Teich ein Angebot: Durch einen Sauerstoffstein hält er eine kleine Fläche eisfrei, sodass der Eisvogel sich Stichlinge holen kann, große Vögel aber keine Chance haben.

Landwirte sind entspannt

Für die Kulturen ist die Kälte sogar gut, weil die Schädlinge im Boden und die Pilze richtig absterben", sagt Heinrich Sondermann. Auch bei Hubert Schulte-Kellinghaus ist "alles im grünen Bereich". Durch den Frost seien die Grasspitzen, die es durch den recht milden Winter schon gebe, zwar angefroren und das Wachstum gestoppt.

"So können wir den ersten Schnitt jetzt etwas später machen, aber das ist nichts, was die Natur nicht wieder auffangen kann." Andreas Vortmann kann dem Frost etwas Gutes abgewinnen: "So können wir mit schweren Maschinen auf die hart gefrorene Wiese fahren und die Bäume von Friederike wegholen."

Bäume haben Frostschutz eingelagert

Viele Forstleute hoffen, dass die Frostperiode noch etwas länger dauert. "Bisher war es im Wald viel zu nass und matschig. Für die winterliche Holzernte beziehungsweise die Sturmaufbearbeitung nach Sturm Friederike ist das sehr schlecht, denn Maschinen können auf dem durchnässten Untergrund nicht optimal arbeiten", so die Pressestelle von Wald und Holz NRW. Der Wald komme mit dem späten Frost gut zurecht, heißt es weiter. "Waldbäume sind nicht so empfindlich. Sie treiben nicht beim ersten warmen Wetter aus und gegen den Frost haben sie eine Art Frostschutzmittel eingelagert, so Forstmann Hanns-Chrstian Wagner.

Obdachlose in Dorsten: Keiner muss draußen bleiben

Auch wenn die Polizei am Montag von einem Überfall auf einen Obdachlosen in Dorsten berichtete (siehe Lokalseite 1), gibt es nach Einschätzung von Stadtsprecherin Lisa Bauckhorn eher weniger, eigentlich sogar gar keine Menschen in der Stadt, die kein Obdach haben. Es gibt entsprechende Unterkünfte auf der Luisenstraße und auf der Klosterstraße. Derzeit sind dort auch noch Plätze frei, vermehrte Anfragen wegen der Kälte gab es nicht. Aber: "Wenn jemandem jemand auffällt, der ohne Obdach in der Stadt ist, kann er sich gerne bei uns melden. Wir gehen dann auf denjenigen zu und machen ihm ein Angebot", sagt sie. Kontakt: Tel. (02362) 663470.

Selbst für Frostsicherheit sorgen

Wasserleitungen und -zähler leiden unter der Kälte. Die Rheinisch Westfälische Wassergesellschaft (RWW) weist darauf hin, dass Hauseigentümer oder Mieter selbst für die Frostsicherheit von Anschlüssen, Wasserleitungen und Heizungsanlagen verantwortlich sind. "Ungeschützte Leitungsteile, Zähler oder andere Armaturen sollten mit geeigneten Materialien wie Holzwolle und Styropor isoliert werden. Das ist besonders wichtig, wenn sich der Zähler in einem Zählerschacht befindet oder eine separate Entnahmestelle zur Gartenbewässerung installiert ist", so RWW-Rohrnetzexperte Mirco Wolff. In Keller oder Waschküche gilt: Türen und Fenster zu, Zugluft vermeiden.

Gemüse kann Kälte nicht ab

Wer am Montag auf dem Dorstener Markt Gemüse kaufen wollte, hatte kein Glück. Der Stand von Andreas Unnebrink und seiner Familie war nicht da. "Es war einfach zu kalt", sagte der Markthändler später auf Anfrage. Dem Obst kann die Kälte zwar nicht so viel anhaben. "Aber das Gemüse zieht dann schnell an, fängt also an, zu gefrieren", so Andreas Unnebrink.

Während Rot- und Weißkohl oder Endiviensalat das aushalten, ist es für Feldsalat oder andere feine Gemüsesorten schon schwieriger. Ein anderer Punkt: Wegen des eisigen Windes war absehbar, dass auf dem Montagsmarkt wenig los sein würde. "Aber Donnerstag sind wir wieder da. Komme, was wolle", so der Markthändler.

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