Kieferorthopädie

Richtige Atmung und Haltung können schiefe Zähne verhindern

"Die Hälfte der kieferorthopädischen Behandlungen könnte vermieden werden", sagt die Dorstener Kieferorthopädin Dr. Caroline Sawas. Wie, das verriet sie jetzt Kindern im Krocky-Mobil.

Am Dienstag war die Ärztin mit dem Krocky-Mobil der Initiative Kiefergesundheit auf dem Schulhof der Pestalozzi-Schule im Einsatz. Am Mittwoch rollte der Informationsbus zum Thema Zahn- und Kiefergesundheit zur Albert-Schweitzer-Schule. Wie man den Zähnen ganz einfach helfen kann, gesund und gerade zu wachsen, erklärte sie den Kindern Klasse für Klasse eine Schulstunde lang.

Kein Schnuller, kein Daumen mit über drei Jahren

"Wie lange darf man einen Schnuller benutzen oder den Daumen in den Mund stecken. Was meint ihr?", wollte sie von der 3a wissen. Die Kinder waren streng, wollten den Nucki schon mit einem Jahr nicht mehr im Mund sehen. "Bis zum dritten Lebensjahr ist ein Schnuller in Ordnung. Aber länger nicht", sagte die Ärztin. Warum? Das konnten die Kinder an den erschreckenden Bildern von offenen Bissen sehen. Ein Loch ist dort geblieben, wo der Schnuller beziehungsweise Finger immer steckte.

"Atmet mal alle durch den Mund", forderte Dr. Carline Sawas anschließend die Kinder auf. "Wo ist dann eure Zunge?" Sie liegt unten. "Wenn man das immer macht, wächst der Unterkiefer, weil die Zunge permanent Druck aufbaut." Ein umgekehrter Überbiss kann entstehen. "Deswegen ist es wichtig, durch die Nase zu atmen. Das stärkt den Oberkiefer", erklärte die Ärztin.

"Trinken und wegstellen"

Wichtig sei auch, dass die Kinder sich nicht immer abgestützt auf einer Hand am Schreibtisch hinlümmeln. "Dadurch kann der Kiefer schief werden. Und das wirkt sich dann noch weiter aus: Die Schultern werden schief und dann die Hüfte. Da sind wir schon bei orthopädischen Problemen. Alles hängt ja miteinander zusammen." Auch an den Flaschen mit Mundstück, die viele Kinder mit zur Schule bringen, sollte man nicht andauernd rumnuckeln. "Trinken und wegstellen", sagt die Ärztin. Vor allem zuckerhaltige Getränke sollten die Kinder nicht permanent in kleinen Schlücken trinken. "Das gibt Karies."

Den zu vermeiden, ist auch für die Kieferorthopädin ganz wichtig. "Denn wenn ein Milchzahn krank wird und gezogen werden muss, entsteht eine Lücke." Der bleibende Zahn kommt schief dort hinein und blockiert den Platz für einen anderen Zahn. "Damit das nicht passiert, braucht das Kind eine Spange."

Also: Zähne gut putzen! Wie das geht, zeigten die Mitarbeiterinnen Christiane Ogoniak und Svenja Küttner. Danach durfen die Kinder selbst ran. In der Zahndisko mit Schwarzlicht im Krocky-Mobil konnten die Kinder auf ihren Zähnen sehen, wo sie dreckig waren. Denn sie hatten vorher eine extra Flüssigkeit in den Mund bekommen. Die Zähne strahlten bei den meisten richtig gelb; sie waren nach der Frühstückspause natürlich dreckig. Unter Aufsicht übten die Kinder dann das Putzen und durften anschließend nochmal in die Disco. "Cool, cool, cool", fand ein Junge das.

Und auch wenn Zähneputzen normalerweise nicht halb so viel Spaß macht wie mit den Schulkameraden. "Es ist ganz wichtig. Dreimal am Tag ist am besten, zweimal reicht auch, wenn es nicht anders geht. Und am wichtigsten ist es am Abend", mahnt die Ärztin. Denn in der Nacht wird weniger "Zauberspucke" produziert, die kleine Stellen Karies im Anfangsstadium reparieren kann.

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