Kinderkarneval

Bunter Zug durch Holsterhausen

Holsterhausen - Hunderte, vielleicht Tausende Besucher säumten am Sonntag beim Kinderkarnevalszug in Holsterhausen die Straßen. Auch wenn ein kurzer Regen vor dem Beginn so manches Kostüm einweichte.

Für Mitorganisatorin Stefanie Feller sind die Minuten vor dem Umzug wieder einmal hektisch. Denn einige Gruppen haben sich spontan entschlossen, beim Zug mitzulaufen. "Wir haben über 20 Kostümgruppen", sagt sie auf Nachfrage. Wie viele Akteure genau mitlaufen? Feller zuckt mit den Schultern. Und rechnet. "Pro Gruppe vielleicht 20, manche sind auch deutlich größer."

Indes steht Simon Köcher zwei Meter weiter vor einem Autoanhänger, in dem sich leere Kartons stapeln. "Können wir noch Kamelle haben?", fragen einige Mädchen. Simon Köcher nickt und zückt einen Karton, in dem noch Kamelle sind. "Einen ganzen Anhänger voll", hat er eingekauft. Nach einem Mikrofon fragt neben ihm Pfarrer Peter Boßmann, der den Zug eröffnen soll, und den unter dem grauen Rauschebart und der Zwergenmütze vorher niemand erkannt hat. Die Suche nach dem Mikrofon erweist sich zunächst als kompliziert. Als es in diesem Moment auch noch anfängt zu regnen, geht so mancher genervte Blick nach oben. "Das braucht doch jetzt wirklich keiner", hört man. Oder: "Was soll das denn jetzt?"

Rollatoren

Aber so schnell wie der Regen gekommen ist, verschwindet er auch wieder. Und Pfarrer Boßmann gibt das Kommando: "Jetzt geht?s lohos. Jetzt geht?s lohos." Und der Zug setzt sich vom Antonius-Kindergarten aus in Bewegung Richtung Kirche. Schon eine der ersten Gruppen, der Spielmannszug Holsterhausen-Dorf, hat die Lacher der Umstehenden auf seiner Seite. Dass die Musiker in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiern, ist ihnen nämlich deutlich anzusehen: Mit Rollatoren bewegen sich die Mitglieder, auch die Kinder, in Opa- und Oma-Kostümen durch die Straßen.

Moderator Andreas Kruse, der an der Antoniusstraße seine Station bezogen hat, hat immer wieder flotte Sprüche auf Lager. Als der Kindergarten Kreskenhof mit einem Schneewittchen vor ihm auftaucht, staunt Kruse angesichts der nicht enden wollenden Schlange von Zwergen: "Da sind ja Schneewittchen und die 70 Zwerge."

"Einer für alle und alle für einen Verein", ist auf dem Wagen des Bürgerschützenvereins Holsterhausen-Dorf zu lesen - die Mitglieder sind passend dazu alle als Musketiere verkleidet. Zum ersten Mal dabei ist die Pestalozzi-Kita von der Hardt, die als Frösche "Helau" quakten. In Kuh-Kostümen stimmten Mitglieder des Heimatvereins Deuten mit ein.

Farbenfroher als bei einer Damengruppe, in der jede Teilnehmerin jeweils von Kopf bis Fuß in einer Farbe des Regenbogens kostümiert ist, kann es nicht mehr werden, obwohl die "Flower Power"-Gruppe vom Rehazentrum Dorsten kurz nach ihnen mutig den Versuch startet. Als Schmetterline kommt eine Gruppe Emmelkämper daher und auch die Leiterrunde "Bonton", also der Gemeinden St. Antonius und Bonifatius, scheint abheben zu wollen: Unter ihren Astronautenhelmen sind sie kaum zu erkennen.

Die Besucher haben ihren Spaß, die Kamellen fliegen reichlich. Zwischendurch wird es auf den Straßen aufgrund der kleinen fleißigen Kamelle-Sammler so eng, dass der Zug ins Stocken gerät. Doch dass ist kein Problem, da nur Fußgruppen und keine Wagen unterwegs sind - und man die Kinder deshalb meistens ungefährdet gewähren lassen kann. Ein Riesenspaß für Groß und Klein, der seinen Abschluss in der Gaststätte "Deutsches Eck" findet, wo dann noch weitergefeiert wird.

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