Konzert-Reihe

1300 Musikfans sorgten für Besucherrekord im Amphitheater Dorsten

Dorsten - Reggae und poetische Songs: Die Musikfans erlebten im Amphitheater ein Wechselbad der Gefühle. Angesichts des Zuschauerrekords vom Samstag gibt es eine gute Nachricht.

Die Dorstener Stadtinfo hatte es vor einigen Tagen auf ihrer Facebook-Seite enthusiastisch so formuliert: "Die Freitage in der Stadtkrone werden mehr und mehr zum Sommerkult in Dorsten." Und nicht nur die Freitage: Denn erstmalig gab es auch am Samstag (18.8.) ein Konzert des Schaukelbaum-Teams im Amphitheater von Maria Lindenhof - und das aus dem Stand heraus mit einem neuen Besucherrekord: Fast 800 Musikfans, jung und alt, begeisterten sich an den karibischen Sounds der Reggae-Formation "Jah Culture" und machten Party auf und unterhalb der Terrassenbar "Oude Marie".

Tief in die Kiste der Reggae-Klassiker gegriffen

Der schon mehr als 20 Jahre in Deutschland lebende "Jah Culture"-Gitarrist und Leadsänger Emmanuel hatte mit seinen Mannen bei der Songauswahl ganz tief in die Kiste der Reggae-Klassiker von Superstars wie Bob Marley und Peter Tosh gegriffen - und die Dorstener Musikfreunde dankten es ihnen mit viel Applaus und gerieten schwer in Bewegung.

Zu Songs wie "Buffalo Soldier", "Stir it up", I shot the Sheriff" oder "Johnny B. Goode" gab auf den Rängen die ersten Tanzversuche und spätestens bei der Zugabe "No Woman, no cry" trauten sich mehr und mehr tänzelnde Besucher direkt vor die kleine Bühne und verwandelten das Amphitheater schließlich in eine dub-geschwängerte Open-Air-Dancehall.

Ausgelassene Atmosphäre

Man hörte es dem eingespielten Gruppen-Sound der Jah-Culture-Musiker an, dass diese schon seit vielen Jahren als Tourband für jamaikanische Musiker gebucht werden - und dass sie zu den authentischsten Bob-Marly-Tribute-Bands in Deutschland gezählt werden dürfen. Die ausgelassene Atmosphäre in der Stadtkrone steckte auch die Musiker schnell an: "Wir kommen nächstes Jahr wieder", versprach "Jah Culture"-Chef Emmanuel, "und dann mit noch mehr Power und noch mehr Musikern."

Den inzwischen etablierten Freitags-Konzert-Termin am Abend zuvor bestritt der Hamburger Musiker Fayzen - mit einem absoluten Kontrastprogramm. Wieder waren es rund 500 Besucher, die sich im steinernen Halbrund des Amphitheaters eingefunden hatten. Fayzen, Sohn iranischer Einwanderer und mit Plattenvertrag beim Branchenriesen Universal Music ausgestattet, ist ein reflektierender Singer-Songwriter, der mit Akustik-Gitarre, Keyboard und Rhythmus-Gerät angereist war.

Poetische Geschichten

Fayzen erzählt in seinen Songs poetische Geschichten, die vornehmlich von einer Person handeln - nämlich ihm selbst. Dabei geht es ums Verlassenwerden, um den Verlust von lieben Menschen, um das Verhältnis zum eigenen Elternhaus: Der Hamburger Musiker ist immer auf der Suche nach Antworten. Der 32-Jährige singt über sein Unvermögen, den Ungerechtigkeiten der Welt die Stirn zu bieten, und er tut dies ohne erhobenen Zeigefinger.

"Das wird kein Party-Programm", hatte Fayzen das Publikum begrüßt - und der Musiker hatte es schwer, mit seinen introvierten Songs gegen den vor allem oben an der Bar sehr hohen Geräuschpegel anzuspielen.

Wohl auch deshalb beendete Fayzen nach gerade mal 45 Minuten seinen Auftritt. Irgendwie war der Funke - anders als in den Wochen zuvor - diesmal zwischen Musiker und Publikum nicht über gesprungen.

Konzertreihe geht weiter

Das Team der Agentur "Schaukelbaum" wird im Monat August - wie angekündigt - noch zwei weitere Konzerte präsentieren, jeweils freitags: Am 24. August gastiert ab 19 Uhr die Crossover-Ska-Band "EinKlang", am 31. August gibt es einen besonderen Abend mit dem Essener Label "Weltgast" und der Indie-Pop-Band "Dote".

Und da bislang zu den bisherigen Konzerten durchschnittlich 400 bis 500 Zuschauer gekommen sind, will das Schaukelbaum-Team den Konzertreigen sogar auf den September ausweiten. "Ich bastele gerade am Programm", versprach Kevin Over (Schaukelbaum-Mitgeschäftsführer) am Samstag.

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