Kooperation der Firmen Deutsche Glasfaser und Muenet

Schnelles Internet für die ländlichen Randgebiete

Dorsten - Lembeck, Rhade und Östrich bekommen schnelles Internet. Um auch die ländlichen Randgebiete zu versorgen, reicht eine Firmen-Kooperation nicht aus.

Bürgermeister Tobias Stockhoff und der Geschäftsführer der Firma Muenet, Patrick Nettels, unterzeichneten am Montag im Rathaus eine Kooperationsvereinbarung über den Glasfaserausbau in den zumeist landwirtschaftlich geprägten Außenbezirken der drei Stadtteile. Stephan Klaus, Regionalmanager der Deutschen Glasfaser, schaute ihnen dabei aus guten Grund über die Schulter. Denn ohne die Deutsche Glasfaser geht bei diesem Deal nichts.

"Wir sind auf Masse getrimmt"

"Wir sind auf Masse getrimmt", räumte Klaus ein. Will heißen: Die Deutsche Glasfaser konzentriert sich beim Breitbandausbau auf die Zentren, von den zersiedelten Regionen drumherum lässt sie aus Kostengründen die Finger. "Wir trauen uns das zu", sagte Patrick Nettels, "wenn wir ausreichend Interessenten haben und die mit anpacken." Die Firma Muenet kennen zumindest die Deutner und Altendorfer, weil sie ihnen schnelles Internet per Richtfunk brachte. In den Randbezirken und "Splittersiedlungen" funktioniert das nicht. Da müssen Kabel verlegt werden, oft auch über ein paar Kilometer.

Nachfragebündelung bis zum 28. Mai

Und da kommt zum einen die Deutsche Glasfaser ins Spiel. Sie starten in diesem Jahr bekanntlich mit dem Ausbau in Lembeck, Rhade und Östrich, nachdem jeweils mehr als 40 Prozent der Haushalte einen Vertrag unterschrieben haben. In Deuten und Wulfen läuft die Nachfragebündelung bis zum 28. Mai. Die Deutsche Glasfaser gestattet der Firma Muenet (gegen Bezahlung natürlich), sich an das bestehende Netz anzudocken und es weitverzweigt weiterzuführen.

Das funktioniert laut Patrick Nettels nur unter zwei Bedingungen. "In den Bauernschaften müssen sich mindestens 70 Prozent der Haushalte, Höfe und Firmen ans Netz anschließen lassen. Und ohne Eigenleistung und organisatorische Arbeit geht es auch nicht."

Hilfe zur Selbsthilfe

Im Kreis Coesfeld hat die "Hilfe zur Selbsthilfe" laut Nettels sehr gut funktioniert. Da haben Landwirte in Eigenregie die bis zu einem Meter tiefen Gräben gebuddelt oder von einem Lohnunternehmer buddeln lassen, in die dann die Leerrohre und später die Glasfaserkabel verlegt wurden. So soll es auch in Dorsten laufen.

Die Stadtverwaltung und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Windor übernehmen dabei lediglich die Vermittlerrolle. In einem Pilotgebiet, wahrscheinlich in einer Lembecker Bauernschaft, soll das Interesse im zweiten Quartal 2018 abgeklopft werden. "Nachfragen gab es schon viele", bestätigte der Bürgermeister am Montag. Der Ausbau könnte dann im nächsten Jahr beginnen. Windor-Geschäftsführer Josef Hadick weiß, dass es Firmen auch in den Randgebieten gibt, "für die schnelles Internet existenziell ist".

Keine zweite Chance

Bleibt die Frage, was die Eigenleistung kostet. Während der Muenet-Chef sich um die Antwort etwas herumdrückte, sprach Tobias Stockhoff von einem "niedrigen vierstelligen Betrag". Und klar ist auch: Wer im Außenbereich wohnt und jetzt keinen Bedarf an schnellem Internet hat, bekommt nachträglich keine zweite Chance.

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