Kreis rechnet

So geht es mit dem Kreishaus-Bürgerbegehren weiter

Dorsten - Wieviele Unterschriften er sammeln muss und bis wann, weiß Uwe Kähler noch nicht. Aber der Initiator des Bürgerbegehrens möchte die Befürworter eines Kreishaus-Neubaus schocken.

Mittlerweile steht fest, wie die Frage auf den Unterschriftenliste lautet, die mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden muss: "Soll der Beschluss des Kreistages vom 11.6.2018 aufgehoben und kein neues Kreishaus in Recklinghausen gebaut werden, sondern stattdessen eien Sanierung des bestehenden Kreishauses erfolgen, die sich auf die Behebung der sicherheitsrelevanten Mängel beschränkt?" Eine wichtige Info fehlt auf den Listen noch, und da ist jetzt Landrat Kay Süberkrüb (SPD) am Zug.

Kreis berechnet jetzt die Sanierungskosten

Im (alten) Kreishaus muss nun gerechnet werden, was diese Sanierung kosten würde. Und Uwe Kähler muss auch wissen, wie viele Unterschriften er braucht, damit sich der Kreistag nach der Sommerpause erneut mit dem Thema befasst. Drei Prozent der Wahlberechtigten im Kreisgebiet müssen es sein, etwa 15.000 Menschen also. Der Dorstener geht aber weiter: "Ich hätte am liebsten die doppelte oder dreifache Zahl an Unterstützern." Das, so kalkuliert er, könnte die Befürworter des Kreishaus-Neubaus beeindrucken.

Denn wenn der Kreistag bei seinem Beschluss bliebe, könnte er nur von zehn Prozent aller Wahlberechtigten gekippt werden. "Wenn so viele Menschen schon das Bürgerbegehren unterstützen, macht das den ein oder anderen Politiker sicherlich nachdenklich", glaubt Uwe Kähler. Zumal ein Bürgerentscheid den Kreis Recklinghausen etwa eine Millionen Euro kosten würde.

Zwei Mitstreiter "für alle Fälle" gefunden

In den nächsten Tagen wird Uwe Kähler mit der Unterschriftensammlung beginnen können, rund zwei Monate hat er Zeit. Da kommen die Sommerferien eigentlich zur Unzeit, zumal der Dorstener selbst auch drei Wochen verreist ist. Aber er bekommt viel Unterstützungen: von CDU und Linken, von Sponsoren wegen der Porto- und Druckkosten - und von zwei Mitstreitern: dem Dorstener Heribert Könning und Prof. Dr. Gerd Stein, einem pensionierten Politikwissenschaftler aus Datteln. Sie seien "für alle Fälle" organisatorisch mit im Boot und würden über alles informiert, so Kähler.

Er selbst will ebenfalls fleißig für sein Anliegen werden, sagt er. "Ich werde mich auch vors Straßenverkehrsamt und vor den Bauhof in Dorsten." Gespräche mit den Menschen und Aufklärung seien sehr wichtig, denn beim Sommerfest der Linken in Gladbeck sei ihm vor einigen Tagen nochmals klar geworden, dass die politische Diskussion die eine Seite sei, das Thema aber in die Köpfe der betroffenen Menschen zu bekommen, die andere.

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