Lebenshilfe-Frühförderung

40 Jahre früh fördern und wirksam helfen

Dorsten - Feiern tut die Dorstener "Lebenshilfe-Familie" gerne. So begnügte sie sich am Freitag nicht damit, den 40. Geburtstag ihrer Frühförderung zu feiern, sondern beging auch den Wechsel in der Hausleitung.

Als Erster im Redereigen begrüßte Ludger Cirkel, Vorsitzender der Lebenshilfe, die Freunde und Förderer, die Netzwerkpartner, Vertreter der Ratsfraktionen und natürlich Bürgermeister Tobias Stockhoff nebst seiner Stellvertreterin Christel Briefs. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass sich die Zusammenarbeit der Lebenshilfe mit der Stadt über all die Jahrzehnte in gegenseitiger Wertschätzung entwickelte; im Sinne des gemeinsamen Ziels, das Leben geistig behinderter Menschen in unserer Stadt zu fördern und zu verbessern.

Geschichtlicher Abriss

Ludger Cirkel ließ in seinem geschichtlichen Abriss die Entwicklung der Lebenshilfe - von der Elternvereinigung über die Gründung bis zum sozialen Dienstleistungsunternehmen - Revue passieren. 1978 sei die Frühförderung der Lebenshilfe gegründet worden, die zuerst ihren Standort am damaligen Gesundheitsamt hinter dem Rathaus bezog. Nach einigen weiteren Wechseln konnte die Einrichtung dann 2003 ihr eigenes Haus in der Hohefeldstraße beziehen: "Dort, wo der große bunte Paradiesvogel an der Fassade hängt", sieht Cirkel den auffälligen Fassaden-Schmuck, damals eine Spende von Heiner Nachbarschulte, als Sinnbild der bunten Vielartigkeit der Menschen.

Bürgermeister Stockhoff lenkte den Blick von der Fassade auf die inhaltliche Arbeit: Er dankte den Pionieren, die das Projekt damals ehrenamtlich auf den Weg gebracht haben: "Sie haben der Stadtgesellschaft gezeigt, dass es beglückend sein kann, Menschen mit ihren Schwächen und Stärken zu fördern, und damit andere Eindrücke der Welt wahrzunehmen." Sein Dank ging auch an das gesamte Team, das den Familien helfe, die Situation anzunehmen und das Beste daraus zu machen.

Glückwünsche vom Kreis

Auch Sven Lütkehaus, der als Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes im Kreis Recklinghausen Glückwünsche aus Kreis und Land nach Dorsten brachte, weiß: "Über 40 Jahre kann keine Einrichtung bestehen, wenn kein gutes Team dahinter steckt." Er richtete den Blick nach vorne, auf die Herausforderungen, die der stetige Wandel in der sozialen Arbeit mit sich bringt, wie die Verträge der Integrativen und Solitären Frühförderung, die zurzeit in den Verhandlungen steckten. "Nichts ist so beständig wie der Wechsel", zitierte er Heraklit.

Personeller Wandel

Antonius von Hebel, seit dem 1. Januar 2018 Geschäftsführer der Lebenshilfe, übernahm dann den "personellen Wandel": Ein dickes Dankeschön an Elke Krause, die 1986 in den Dienst der Lebenshilfe trat - "nur für drei Jahre", wie sie damals sagte - und aus denen dann doch fast 32 Jahre geworden sind. 2006 übernahm sie die Leitung der Frühförderung von Barbara Weiß.

Viele Veränderungen

"Es hat sich viel verändert", stellt Elke Krause im Rückblick fest. Heute sei es deutlich schwieriger, Eltern an einen Tisch zusammenzubringen. Es gebe mehr Alleinerziehende, mehr Patchworkfamilien, der Zeitdruck habe deutlich zugenommen. Doch trotz aller Änderungen bei Methoden- und Therapieansätzen, bleibe ein Hauptbestandteil unverändert: "Die Kommunikation. Sprechen und Zuhören!", sagt Elke Krause.

Nadine Beckmann

Sie wünscht ihrer Nachfolgerin alles erdenklich Gute und ist sicher, dass Nadine Beckmann die Richtige am Platz ist. Schließlich hat die Diplom-Rehabilitationspädagogin 2009 das Lebenshilfecenter in der Suitbertusstraße 14 aufgebaut. Vor zwei Jahren wechselte sie dann in die Frühförderung, um sich einzuarbeiten. Für sie geht jetzt ein Wunsch in Erfüllung: "Die Frühförderung war der Schwerpunkt in meinem Studium", freut sie sich sehr auf ihre Leitungsstelle.

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