Marienviertel Hervest

Gemeinsames Wohnen an der Bismarckstraße lässt noch eine Weile auf sich warten

Lange Gesichter beim Stadtteilgespräch im Marienviertel: Bevor das Quartier umgebaut werden kann, werden Jahre verstreichen. Frühestens 2021 entstehen neue Wohnviertel an der Bismarckstraße.

Circa 200 Marienviertler waren am Donnerstagabend zum 4. Stadtteilgespräch in die Aula des Caritas-Bildungscentrums an der Bismarckstraße gekommen, um sich über die Quartiersentwicklung zu informieren.

Vorab ein Wermutstropfen: Der potenzielle Investor für den Umbau der Turnhalle der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Realschule (GHS) zu einem Wohnhaus für alte und demenzkranke Bewohner des Viertels hat seine Bauvoranfrage endgültig zu den Akten gelegt. "Leider hat es Probleme bei den Verhandlungen gegeben. Stadt und Investor konnten sich nicht einigen, auch Vermittlungsversuche schlugen fehl", sagte Susanna Schönrock-Klenner auf unsere Anfrage am Rande der Veranstaltung.

Bürgermeister Tobias Stockhoff sagte zum selben Thema, dass in den nächsten Monaten weitere Gespräche mit der Initiative Zukunft Marienviertel geführt werden, wie die attraktive Entwicklungsfläche rund um die Turnhalle im Viertel für die Bewohner genutzt und bebaut werden kann.

40 Hektar Fläche stehen zur Verfügung

Von dieser Fläche hin zur Bebauung und Ausgestaltung des gesamten Areals von 40 Hektar ist es nur ein kleiner Schritt. Der städtebauliche Entwurf für das Gelände steht im Groben und sieht verschiedene Gebäude für gemeinschaftliches Wohnen im Viertel vor. Wunsch der Marienviertler ist es, dass junge Menschen zu der alternden Bevölkerung im Ortsteil dazukommen. Dazu sind neue Wohnformen nötig, um die Generationen im Viertel zu vereinen.

Dr. Alexander Schmidt von der Uni Duisburg-Essen ist von der Initiative Zukunft Marienviertel beauftragt worden, das Leben und Wohnen auf dem ehemaligen GHS-Gelände zu skizzieren. Die Initiative wird von der Stadt als gleichwertige Partnerin bei der Entwicklung des Geländes angesehen. Mit einem Vertrag wurde die Zusammenarbeit der Bewohner und der Verwaltung besiegelt.

Der Entwurf für das ehemalige GHS-Gelände sieht im Ergebnis zwei Alternativen vor, wie die Bebauung auf dem Hervester Gelände gestaltet werden kann: "Details sind aber abhängig von den Bauherrengruppen, Einzelpersonen und Interessenten, die hier leben wollen", sagte Schmidt. Und ergänzte: "Für eine finale Strukturierung sorgen der Bebauungsplan und letztendlich der politische Beschluss im Rat der Stadt Dorsten."

Ein Bebauungsplan braucht aber Zeit, mindestens zwei Jahre, bis er spruchreif wird. Das erklärte Dagmar Stobbe vom Planungsamt der Stadt. "Frühestens 2021 kann der erste Spatenstich auf dem GHS-Gelände erfolgen, vorausgesetzt, der Bebauungsplan ist bis dahin rechtskräftig."

Etwas enttäuschend für die engagierte Bürgerinitiative, die lieber heute als morgen loslegen würde, damit Bewegung und Leben ins Viertel kommt, wie Marienviertler Johannes Wulf nach der Versammlung zusammenfasste.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Das Südbad wird komplett geräumt - zwei Schulklassen müssen schnell ins Freie
Das Südbad wird komplett geräumt - zwei Schulklassen müssen schnell ins Freie
Weit über 500 Kinder mit ihren Eltern feiern auf dem Marktplatz Laternenfest 
Weit über 500 Kinder mit ihren Eltern feiern auf dem Marktplatz Laternenfest 
Wieder Ärger mit dem Spinner: Betroffene Anwohner in Datteln ergreifen nun die Initiative
Wieder Ärger mit dem Spinner: Betroffene Anwohner in Datteln ergreifen nun die Initiative
Marler Stern: Parkhaus und Rolltreppe eröffnet - Fakt AG nennt neue Mieter
Marler Stern: Parkhaus und Rolltreppe eröffnet - Fakt AG nennt neue Mieter
Erdwall an der Autobahn aufgeschüttet - ist das der ersehnte Lärmschutz?
Erdwall an der Autobahn aufgeschüttet - ist das der ersehnte Lärmschutz?

Kommentare