Mehrere Neubaugebiete

Wohnen in Dorsten macht vielen Bürgern Freude

Dorsten - In Hervest wird gebaut, auf der Hardt auch. Es gibt vieles, was für Dorsten als Wohnort spricht. Mieten und die Wohnqualität stimmen weitgehend. Aber in Teilen wird auch gemeckert.

In Dorsten will die Stadt mehrere Neubaugebiete erschließen. Denn Wohnraum für Familien oder älter werdende Menschen wird stark nachgefragt. Aufgeführt im Flächennutzungsplan der Stadt sind Siedlungsschwerpunkte in der Altstadt, in der Feldmark, auf der Hardt, in Hervest, Holsterhausen und Wulfen.

Neues Baugebiet auf der Hardt

Aktuell wird am Nonnenkamp auf der Hardt ein neues Wohnbaugebiet in Angriff genommen: 100 bis 150 Wohneinheiten entstehen hier in günstiger Lage zur Innenstadt und mit guter Anbindung an die Infrastruktur. Ein ähnliches Bild zeichnet sich in Hervest ab: Gebaut wird aktuell an der Josefstraße und demnächst auch am Hellweg/Schollbrockstraße. An der Josefstraße entstehen 100 Mietwohnungen, am Hellweg wird in ähnlicher Größenordnung gebaut.

Mietpreise niedrig

Für Neubauwohnungen in Dorsten ab Baujahr 2002 liegen die Mietpreise im mittleren und gehobenen Segment bei durchschnittlich 6,60 Euro bis 6,80 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Das besagt der aktuelle Mietspiegel der Stadt aus dem Jahr 2015, der vom Gutachterausschuss erstellt worden ist. Man kann in Dorsten aber auch deutlich günstiger wohnen. Für ältere Wohnungen sind Preise zwischen 3,50 Euro und 6,30 Euro pro Quadratmeter üblich.

Im Vergleich zu Wohnungen in NRW und ganz Deutschland ist Dorsten ein sehr preiswertes Wohnpflaster: Hier beträgt die Miete durchschnittlich 5,76 Euro pro Quadratmeter, der bundesdeutsche Durchschnitt liegt wesentlich höher bei 7,97 Euro.

Fair und angemessen

Marina Hinz, mit dreieinhalb Jahren mit ihrer Familie nach Dorsten gezogen, schwört jedenfalls auf Dorsten und die Wohnqualität: "Wir haben zunächst auf der Hardt/Grenze Altstadt gewohnt, dann in der Feldmark und seit 2007 wohne ich in Wulfen. Unsere Mieten waren fair und angemessen."

Fair und angemessen? Das finden weite Teile der Mieter großer Wohnanlagen wie im Ortsteil Barkenberg nicht. Erst kürzlich fand für Altro-Mondo-Mieter vom Himmelsberg und der Dimker Allee ein Informationsabend in Wulfen statt, zu dem auch etliche Mieter der LEG kamen. Die Altro Mondo hat in Barkenberg 250 Wohnungen, die LEG 1040.

Viele Mieter beklagen wiederholte Mietpreiserhöhungen: "Die LEG hat für Wohnungen, die aus der Förderung heraus sind, den Mietpreis auf 4,30 Euro heraufgeschraubt. Das ist wie bei der Altro Mondo, die jährliche Mietpreisanpassungen wünscht und bei Neuvermietungen Aufschläge verlangt", sagte LEG-Mieterbeiratssprecherin Rita Zachraj auf unsere Anfrage. 4,30 Euro pro Quadratmeter sind für sozial Benachteiligte viel Geld, laut Mietspiegel der Stadt im Sondergebiet Barkenberg für renovierte Wohnungen aber erlaubt.

Problemfall Altro Mondo

Die Altro Mondo wollte zuletzt von Mietern sogar deutlich mehr als die LEG: 5,23 Euro/Quadratmeter. "Darauf hat sie gar keinen Anspruch", sagte der Vorsitzende des Mietervereins Dorsten und Umgebung, Anwalt Martin Röper. "Die Schreiben der Altro Mondo erfüllten noch nicht einmal die formalen Voraussetzungen."

Wegen der umstrittenen Praxis hat sich das Interesse von Mietern an Beratungen durch den Mieterverein stark erhöht. "2017 hatten wir in Dorsten 1300 Beratungen. Das ist viel für eine Stadt wie Dorsten. Zehn Prozent der Beratungsfälle entfielen auf Mietpreiserhöhungen." Am meisten Ärger, so Röper, gebe es aber wegen der Betriebskostenabrechnungen. "Das sind 30 Prozent der Fälle gewesen." Wiederholte Streitigkeiten zwischen Vermietern und Mietern sind in Dorsten aber nicht die Regel. Mieter seien "stoisch und sehr belastbar", sagte Anwalt Martin Röper.

Umfrage auf Facebook

Bei einer Umfrage der Dorstener Zeitung auf Facebook zum Mietpreis und der Wohnqualität in Dorsten äußerten sich viele User unverhohlen begeistert. Etwa so: "Ich habe 45 Jahre in Gladbeck gewohnt, wir sind vor zwölf Jahren nach Alt-Wulfen gezogen. So herrlich ruhig wie jetzt kann ich in Gladbeck nicht wohnen", schrieb uns Petra Hannemann. Und Benjamin Mikolajewski setzte noch einen drauf: "Uns geht es sehr gut hier ... Man hat viel Grün, Gastronomie, ein Schwimmbad, Kino und vieles mehr ... Aufgrund der guten Anbindung der Autobahn 31 ist man schnell in den Ruhrgebietsmetropolen. Unsere Miete im Dorf Holsterhausen empfinden wir als angemessen, sodass wir uns gerne langfristig in Dorsten niederlassen möchten."

Schwierig für Großfamilien

Für größere Familien mit mehr als fünf Personen gestaltet sich die Wohnungssuche aber sehr schwierig. "Wir sind seit Jahren auf der Suche nach größerem, angemessenem und bezahlbarem Wohnraum, aber das ist echt schwierig", sagte Matarzyna Brodzinski auf unsere Anfrage. Und auch Cennet beklagte sich über Probleme bei der Wohnungssuche: "Wir brauchen seit sieben Jahren eine größere Wohnung, aber wir finden einfach nichts." Damit hatte die Essenerin Silvia Lange kein Problem: "Wir sind vor etwa acht Monaten von Essen nach Lembeck gezogen und fühlen uns wohl. Hier ist es noch ruhig und beschaulich. In Essen fühlte ich mich nicht mehr sicher."

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