Messerattacke auf 17-Jährige

Bluttat spätestens ab März vor Gericht

Hardt - Seit dem 4. September 2017, also seit nunmehr vier Monaten, sitzt ein 20-jähriger Dorstener in Untersuchungshaft. Er wird beschuldigt, eine 17-Jährige auf dem Schulhof der Pestalozzi-Grundschule mit einem Messer angegriffen zu haben. Spätestens im März soll der Prozess starten.

Seit der Bluttat sitzt der junge Mann hinter Gittern, wie die in Essen zuständige Staatsanwältin für Gewaltdelikte, Julia Schweers-Nassif, am Montag auf unsere Anfrage bestätigte.

Jugendstrafkammer

Ihm soll jetzt spätestens im März vor der Jugendstrafkammer des Landgerichtes Essen der Prozess gemacht werden. Denn die Sechsmonatsfrist müsse eingehalten werden. Sie geht auf den Beschleunigungsgrundsatz zurück und besagt, dass von der Inhaftierung des Tatverdächtigen bis zu seiner Prozesseröffnung nicht mehr als sechs Monate verstreichen dürfen. Besonders gesprächig sei der mutmaßliche Täter bislang nicht gewesen, sagte Schweers-Nassif.

Allerdings gab er in seiner Vernehmung wohl den Hinweis, das Smartphone seines Opfers nach der Tat an sich genommen und auf der Flucht zu Fuß vom Schulhof auf der Hardt bis zur Altstadt von der Kanalbrücke am Einkaufszentrum Mercaden ins Wasser geworfen zu haben. Dieser Hinweis hatte Folgen.

Die Polizei schickte am 27. November ein Team der Taucherstaffel Bochum nach Dorsten. Die Froschmänner machten sich an diesem regnerischen Herbsttag im trüben Kanalwasser auf die Suche nach dem Beweisstück. Und wurden fündig. Gegen Mittag beförderte ein Taucher das Mobiltelefon vom schlammigen Kanalgrund ans Tageslicht.

Es gilt im Verfahren, das demnächst vor der Jugendstrafkammer des Essener Landgerichts eröffnet werden soll, als Indiz dafür, dass der 20-Jährige für die schwere Straftat verantwortlich gewesen ist. Er und die 17-jährige junge Frau kannten sich wohl, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte.

Kein unbeschriebenes Blatt

Warum die beiden auf dem Schulhof in Streit gerieten und der Mann zum Messer griff, soll in der Hauptverhandlung geklärt werden. Ein unbeschriebenes Blatt sei der 20-Jährige nicht, sagte die Staatsanwältin. Er sei schon einmal straffällig geworden.

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