Messerattacke auf dem Hof der Pestalozzi-Schule

Versuchter Mord: Ex-Freundin des Täters will Revision einlegen

Dorsten/Essen - Der beinahe tödliche Angriff auf dem Schulhof der Pestalozzi-Schule wird demnächst auch den Bundesgerichtshof beschäftigen.

Die ebenfalls verurteilte Ex-Freundin des eigentlichen Täters will ihre Verurteilung wegen Mordversuchs nicht akzeptieren und hat Revision eingelegt. Das hat das Essener Landgericht auf Anfrage mitgeteilt.

Unschuld beteuert

Die 27-Jährige hatte im Prozess bis zuletzt ihre Unschuld beteuert und auf einen Freispruch gehofft. Nach ihren Angaben hatte sie ihren zu neun Jahren Jugendhaft verurteilten Freund damals nur zum Tatort gefahren - ohne zu wissen, was er vorhabe. Genau das hatten ihr die Essener Richter jedoch nicht geglaubt.

Sie gingen davon aus, dass die 27-Jährige ihren Freund sogar angestiftet hat, ihre Nebenbuhlerin zu töten. "Wenn Du es nicht machst, mache ich es." So oder so ähnlich soll sie sich vor der Bluttat ausgedrückt haben.

Zur Kiesgrube gefahren

Was ebenfalls gegen ihre Unschuldsbeteuerungen gesprochen hat: Die Mutter einer kleinen Tochter hatte ihren Freund in derselben Nacht auch noch zu einer Kiesgrube gefahren. Dort waren die blutigen Kleidungsstücke verbrannt worden.

Die 27-Jährige war nach der lebensgefährlichen Messerattacke zwar ebenfalls festgenommen, aber später wieder freigelassen worden. Erst als ihr Freund einem Mitgefangenen im Gefängnis erzählt hatte, dass sie ihn zu der Tat angestiftet habe, war sie wieder festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Auf Fehler überprüfen

Da sie Revision eingelegt hat, muss der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Essener Urteil nun auf Rechtsfehler überprüfen. Ihr 21-jähriger Ex-Freund hat seine Verurteilung dagegen akzeptiert.

Er hatte gestanden, seine 17-jährige Bekannte am Abend des 4. September 2017 auf den Schulhof gelockt und dort mehrfach auf sie eingestochen zu haben. Dass die 17-Jährige überlebt hat, gleicht einem Wunder.

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