Michelle und Finn

"Die Liebe meines Lebens"

Turbulente Zeiten liegen hinter Michelle und Finn. Doch dadurch lieben sie sich nur noch mehr. Im August wird nun geheiratet.

"Im November 2007 sah ich die Liebe meines Lebens zum ersten Mal. Und zwar am Hervester Bahnhof", erinnert sich Michelle, heute 23 Jahre alt. "Ich wartete mit zwei Freundinnen auf den Zug und mir fielen zwei Jungs auf, die mit ihren Cityrollern herum fuhren. Ich machte mir den Spaß, einem der beiden den Roller wegzunehmen, um selber etwas herumzufahren." Als schließlich der Zug einfuhr, gab sie dem Jungen seinen Roller zurück. Obwohl er eigentlich hätte verärgert sein müssen, fragte er Michelle nach ihrer Handynummer. "Ich musste lachen", weiß sie heute noch. "Ich gab sie ihm und fragte nach seinem Namen. Kurz bevor die Türen des Zuges sich schlossen, kam die Antwort: "Finn!"

So trug sich die erste Begegnung von Michelle und Finn zu. Doch bis sie ein Paar wurden, verging noch einige Zeit. "Wir telefonierten noch ein paar Mal, verloren uns dann aber wieder aus den Augen", erklärt der heute 22-jährige Finn. Im August 2008 wurde Michelle aufgrund von psychischen Problemen in die Kinder- und Jugendpsychiatrie eingewiesen. Auf einem Schild an ihrem Zimmer stand der Name des vorherigen Bewohners: "Finn". "So kam es, dass ich mich an die Begegnung am Hervester Bahnhof erinnerte. Ich rief ihn an. Aber er schien sich nicht an mich zu erinnern und daher löschte ich enttäuscht seine Nummer", weiß Michelle noch ganz genau.

Als sie dann aber im November des gleichen Jahres erneut in die Kinder- und Jugendpsychiatrie gebracht wurde, traf sie dort Finn wieder, erkannte ihn aber nicht direkt: "Er fragte, ob er meine Hand halten dürfe. Ich stimmte zu und fragte nach seinem Namen." Dann wurden beiden klar, wer da eigentlich vor ihnen sitzt. Es stellte sich außerdem heraus, dass sie sich im August knapp verpasst hatten. Denn Finn war tatsächlich der "Finn", der vor Michelle das Zimmer in der Kinder- und Jugendpsychiatrie im August bewohnte. "Am selben Tag, genau ein Jahr nach unserer ersten Begegnung, wurden wir ein Paar", erklärt Finn.

So einige Schwierigkeiten hat das Paar seitdem schon gemeistert. So wohnte Finn, der in Dorsten bei einer Pflegefamilie aufwuchs, zwischenzeitlich in Essen, während die gebürtige Raesfelderin Michelle in Borken lebte. "Doch wir haben uns nie aus den Augen verloren", sagen sie. Im Jahr 2015 beschloss das Paar, zusammenzuziehen. Erst bezogen sie eine Wohnung in Ramsdorf, als die Familie größer wurde, zogen sie nach Reken um. Denn bereits 2013 kam Sohn Leon Noel auf die Welt, 2016 machte Louis Miguel das Glück der Familie perfekt. Und auch beruflich wollen beide durchstarten: Michelle holt gerade ihr Fachabitur mit dem Schwerpunkt Gesundheit nach. Finn, der sich noch in der Elternzeit befindet, wird bald mit seinem Fachabi im Bereich Wirtschaft beginnen.

Nun freut sich das Paar aber erst einmal auf die Hochzeit, die im August in Dorsten gefeiert werden soll. "Den Antrag machte Finn mir übrigens an seinem Geburtstag. Denn er hatte sein Geschenk vorher schon bekommen. Ich wollte ihm aber noch etwas schenken", erinnert sie sich. Finn: "Und ich sagte zu ihr, dass sie mir ihr ?Ja-Wort' schenken könne."

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