Missbrauch und Kinderpornos

Mutmaßlicher Wiederholungstäter muss sich vor Gericht verantworten

Hervest/Essen - Ein 28-jähriger Mann aus Hervest steht seit Dienstag erneut wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte nur kurz nach einer einschlägigen Verurteilung mindestens drei minderjährige Jungen sexuell bedrängt haben - mal im Chat, mal bei sich zu Hause.

Erst neun Jahre alt

Laut Anklage war das jüngste Opfer des mutmaßlichen Wiederholungstäters gerade erst neun Jahre alt, als es Anfang 2014 in die Fänge des Hervesters geriet. Anfangs sollen Treffen in der früheren Wohnung des 28-Jährigen an der Wasserstraße stattgefunden haben, ab Sommer 2014 dann in einer Wohnung am Hellweg. Dort hatte der Angeklagte bis zu seiner Festnahme im August 2015 gelebt.

Gegenleistung für "Taschengeld"

Laut Anklage schenkte der 28-Jährige dem Schuljungen wöchentlich 50 Cent "Taschengeld", erwartete dafür allerdings dann auch Gegenleistungen. Er soll den anfangs Neunjährigen immer wieder am Rande von PC-Spielen sexuell bedrängt und angefasst haben.

Nachdem der Junge Widerstand leistete, soll der Angeklagte nicht nur einmal gedroht haben, ihm das Taschengeld zu streichen. Die beiden anderen Jungen, die in der Anklageschrift genannt werden, waren zu Beginn der mutmaßlichen Übergriffe elf und 13 Jahre alt. Dem Elfjährigen soll der Angeklagte per WhatsApp anonym sogar seine "Liebe" gestanden und gefragt haben, ob er "ihn mal ausgezogen sehen könne". Der Junge lehnte das laut Anklage jedoch ab.

Nacktbilder gefordert

Den 13-Jährigen soll der Hervester am Rande regelmäßiger Chattreffen über "Skype" mit kinder- und tierpornografischem Material versorgt und gelichzeitig eigene Nackbilder gefordert haben. Bei einer Wohnungsdurchsuchung stießen die Ermittler im August 2015 auf rund 60.000 kinderpornografische Bilder und Videos, die auf mehreren Festplatten abgelegt waren.

Der Angeklagte war bereits am 1. August 2013 vom Landgericht Essen wegen sexuellen Kindesmissbrauchs und Besitzes von kinderpornografischer Dateien zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren (zunächst noch ausgesetzt zur Bewährung) verurteilt worden.

Im Falle einer erneuten Verurteilung droht dem 28-Jährigen als Widerholungstäter eine empfindliche Gefängnisstrafe. Für den Prozess haben die Richter vorerst noch Verhandlungstermine bis zum 14. März anberaumt.

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