Nach Überfall auf Taxifahrer

Bewährungsstrafe für Frührentner aus Dorsten

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Dorsten/Essen - Knapp fünf Jahre nach einem Überfall auf einen Taxifahrer ist ein Frührentner aus Dorsten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Dass die Strafe so niedrig ausgefallen ist, begründeten die Richter am Essener Landgericht vor allem mit der besonderen Lebenssituation des Angeklagten.

Der 50-jährige Dorstener leidet unter dem Borderline-Syndrom und unter extremen Rückenschmerzen. In der Nacht auf den 19. April 2013 hatte sich der damals noch in Marl wohnende Angeklagte nach einer feuchtfröhlichen Nachbarschafts-Party mit einem Messer bewaffnet und ein Taxi bestellt. Die Fahrt ging rund drei Kilometer weit.

50-Jähriger zückte Messer

Ein direktes Ziel hatte der Angeklagte gar nicht angegeben. "Ich habe dem Taxifahrer gesagt, dass er einfach erst mal losfahren soll", hatte der 50-Jährige den Richtern erklärt. Die beiden Männer hatten sich gut verstanden, der Taxifahrer wollte dem Angeklagten nach dem Aussteigen sogar eine Zigarette spendieren. Als es dann jedoch ans Bezahlen ging, überschlugen sich die Ereignisse. Der 50-Jährige zückte sein Messer, der Taxifahrer machte eine Abwehrbewegung und wurde verletzt.

Die Tat wäre wohl nie aufgeklärt worden, wäre der Bruder nicht doch noch zur Polizei gegangen. Er war einer von zwei Personen, der die Wahrheit wusste.

Im Prozess hatte der Angeklagte auf Anraten seines Verteidigers ein Geständnis abgelegt und sich außerdem bereit erklärt, 3000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Die ersten 1000 Euro sind auch sofort geflossen.

Mit den rund 150 Euro aus dem Überfall hatte sich der Angeklagte nach eigenen Angaben Drogen kaufen wollen, um seine Rückenschmerzen zu betäuben. Normalerweise beträgt die Mindeststrafe für einen bewaffneten Raubüberfall fünf Jahre Haft.

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