Neukonzeption

Jüdisches Museum erhält 56.000 Euro für Dauerausstellung

Dorsten - Der Gesamtetat für die Neukonzeption der Dauerausstellung im Jüdischen Museum in Dorsten ist gesichert. Jetzt setzt sich LWL-Direktor Matthias Löb für eine Absicherung des Museumsbetriebs ein.

Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), übergab am Freitag (2.2.) im Jüdischen Museum Westfalen den Bewilligungsbescheid über 56.000 Euro für die Überarbeitung und Erweiterung der Dauerausstellung. Damit ist der letzte Baustein in der Finanzierung für die Neukonzeption der Museum-Dauerausstellung - Gesamtvolumen circa 300.000 Euro - gesetzt.

Wichtige Impulse

"Es begeistert mich, dass mit der neuen Dauerausstellung weitere Anknüpfungspunkte für die heutige, von Einwanderung geprägte Gesellschaft entwickelt werden. Das Jüdische Museum bietet wichtige Impulse für heutige Debatten um Heimat, Zugehörigkeiten und die Aufnahme von Flüchtlingen", so Löb. Der LWL und seine politischen Gremien begrüßten es sehr, dass der Diskurs um Migrationserfahrungen intensiviert werde.

Wertschätzung und Verbundenheit

"Dass Sie heute persönlich hierher gekommen sind, zeigt Ihre besondere Verbundenheit und Wertschätzung zu dem Museum", begrüßte Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff die mitgereisten Gäste aus Verwaltung und Politik des Landschaftsverbandes. Die Beschäftigung mit der jüdischen Geschichte in seinen vielfältigen Facetten sei heutzutage wichtiger denn je. Insofern sei es unerlässlich, die Ausstellungskonzeption auf die veränderten Sehgewohnheiten vor allem junger Leute anzupassen.

Ein steter Kampf

Aus welchem Grund er den Bewilligungsbescheid nicht per Post geschickt habe, sondern persönlich gekommen sei, machte LWL-Direktor Matthias Löb klar: "Zum einen, um die Arbeit des LWL und seiner unterschiedlichen beratenden Kulturinstitutionen aus dem stillen Bürokämmerlein heraus ins öffentliche Licht zu setzen. Zum anderen aber, um dem Museumsteam aus hauptamtlichen und größtenteils ehrenamtlichen Mitarbeitern für ihre fantastische Arbeit zu danken." Allen voran dem ehrenamtlichen Museumsleiter Norbert Reichling, der mit bewundernswerter Hartnäckigkeit einen steten Kampf für die Existenzsicherung ausfechte.

Institutionelle Förderung

"Der LWL hat nach der politischen Leitlinie der letzten Jahre ausschließlich projektbezogen gefördert", sagte Löb, "doch ich wünsche mir für dieses einzigartige Museum in unserer Region eine institutionelle Absicherung, damit Herr Reichling endlich mal wieder ruhig schlafen kann." Löb äußerte die Hoffnung, dass die derzeit übersprudelnden Steuereinnahmen den Weg für neue Diskussionen, an welchen Stellen der überörtliche Kommunalverband sich engagieren müsse, frei mache.

Nicht entmutigen lassen

"Für mich steht da das Jüdische Museum ganz oben auf der Liste", bekannte Löb und appellierte an das Team: "Auch, wenn Sie sich im Moment von einem Bewilligungsbescheid zum nächsten hangeln - lassen Sie sich nicht entmutigen!" Im Anschluss an die Übergabe erläuterten Dr. Norbert Reichling und Dr. Cordula Lissner, Projektleiterin der Neukonzeption, die Entwicklung ihres Vorhabens.

Schmerzlicher Lernprozess

"Die letzten 14 Monate waren für uns ein schmerzlicher Lernprozess, denn wir mussten einsehen, dass aus der geplanten Überarbeitung mehr und mehr eine Neukonzeption wurde", sagte Reichling. Besucherfreundlich, mehr Medieneinsatz, neue Themen und Akzente, Bemühungen um Inklusion - viele Aspekte hätten sich herauskristallisiert. Wie alles umgesetzt wird, können die Besucher dann im Herbst selbst anschauen: Im September soll die neue Dauerausstellung eröffnet werden.

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