Prozess am Amtsgericht

Drei Männer sollen Obdachlose geschlagen haben

Dorsten - Drei Männer sollen bei einem Trinkgelage auf eine obdachlose Frau losgegangen sein. Seit Mittwoch (25.4.) müssen sich die drei vor dem Dorstener Amtsgericht verantworten.

Den ganzen Tag hindurch schon hatte die damals obdachlose 47-jährige Dorstenerin gemeinsam mit drei Männern in einer Wohnung an der Halterner Straße dem Alkohol zugesprochen. "Irgendwann kippte die Stimmung, die haben mich total erniedrigt", gab sie anschließend der Polizei zu Protokoll. Einer der Männer habe sie mit der Faust gegen die Schläfe geschlagen, ein anderer auf ihr Gesicht und ihre Kleidung uriniert, der dritte mit einem Baseballschläger auf ihre Rippen und die Beine eingedroschen.

Angestiftet und angefeuert

Seit Mittwoch müssen sich die drei Tatverdächtigen im Alter zwischen 30 und 45 Jahren vor dem Dorstener Schöffengericht für den Vorfall verantworten, der sich im Juni 2016 abgespielt haben soll. Der 30-Jährige, so sagten die beiden Mitangeklagten aus, habe sie angestiftet und bei der Tat angefeuert. "Nur aus Angst vor ihm haben wir das gemacht." Der derart Beschuldigte bestritt dies.

Opfer bereits verstorben

Schon nach dem ersten Verhandlungstag am Mittwoch steht fest, dass die detaillierte Aufarbeitung des Geschehens kompliziert werden dürfte, nicht nur wegen dieser unterschiedlichen Aussagen. Denn das Opfer selbst kann keine Angaben mehr machen - es ist inzwischen verstorben. Bei einem Zeugen, der die Frau damals aus den Fängen des Trios befreit hatte, ist zwischenzeitlich ein Gehirntumor diagnostiziert worden - er leidet nach eigenen Angaben deshalb unter starkem Gedächtnisverlust. Einer der Tatverdächtigen steht unter rechtlicher Betreuung und arbeitet in einer Behinderten-Werkstatt - er hatte ebenso Probleme, dem Prozess intellektuell zu folgen wie sein Mitangeklagter, in dessen Wohnung die Tat geschah.

"Bin total dicht gewesen"

Und der Dritte im Bunde, der 30-jährige Dorstener? "Ich bin damals jeden Tag total dicht gewesen", sagte er aus. So gab es ein Novum für Richterin Lisa Hinkers. Zu ersten Mal in ihrer Berufslaufbahn ordnete sie gleich für alle Angeklagten an, dass diese von einem psychiatrischen Gutachter im Hinblick auf ihre Schuldfähigkeit untersucht werden sollen.

Von dem Ergebnis wird vor allem für den 30-Jährigen eine Menge abhängen. Er soll nämlich laut Anklageschrift darüber hinaus per SMS und WhatsApp-Audionachrichten Leute mit dem Tode bedroht haben und auch noch auf Polizisten losgegangen sein.

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