Prozess am Landgericht Essen

Straßenräuber müssen nicht ins Gefängnis

Essen/Dorsten - Das war knapp: Nach einem Raubüberfall am Dorstener Busbahnhof sind zwei junge Männer aus Marl und Dorsten haarscharf an einer Gefängnisstrafe vorbeigeschrammt.

Das Essener Landgericht hat gegen die beiden 23-jährigen Angeklagten am Freitag jeweils zwei Jahre Haft auf Bewährung verhängt. Die beiden früheren Freunde nahmen die Urteile mit Erleichterung auf. Für den Marler hatte der Staatsanwalt immerhin drei Jahre Gefängnis gefordert.

Überfallen und ausgeraibt

Die beiden Angeklagten hatten im Dezember 2015 zwei andere junge Männer überfallen und ausgeraubt, die ihnen zufällig über den Weg gelaufen waren. Sie wurden geschlagen und mit einer Jägermeister-Flasche bedroht. Außerdem hatte einer der Angeklagten so getan, als ob er eine Pistole in der Jackentasche habe. "Macht, was wir sagen! Sonst knallen wir euch ab!" So oder so ähnlich sollen sie ihre Opfer bedroht haben. Die Beute bestand aus 40 Euro und der Flasche Jägermeister.

Bei den Opfen entschuldigt

Im Prozess hatten die 23-Jährigen die Taten gestanden und sich bei den Opfern entschuldigt. Der Dorstener hatte sogar schon vorher jeweils 500 Euro Schmerzensgeld gezahlt. Sein Verteidiger Siegmund Benecken bezeichnete seinen Mandanten als einen "völlig neuen Menschen", der sich zum Vorarbeiter weiterbilde und mit seiner kriminellen Vergangenheit abgeschlossen habe. Auch der mitangeklagte Marler will sein Leben nun endgültig ändern.

Unterstützung durch die Familie

Damit das auch klappt, bekommt er Unterstützung von seiner älteren Schwester, die mit ihrer Familie wieder ins Elternhaus zurückgezogen ist. "So eine Tat wird sich nicht wiederholen", sagte Verteidiger Norbert Drees. "Die Chefin ist wieder zu Hause." Neben den Bewährungsstrafen haben die Richter angeordnet, dass beide Angeklagte jeweils 600 Euro an die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zahlen müssen. Der Angeklagte aus Marl muss außerdem ebenfalls je 500 Euro Schmerzensgeld an die beiden Opfer zahlen.

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