Prozess

Ein Überfall auf Tobaccoland-Fahrer soll Fake gewesen sein

Im Prozess um eine Überfall-Serie am Bochumer Landgerichte sind brisante Vorwürfe erhoben worden. Ein Coup soll Fake gewesen sein. Überfallen wurden Tobaccoland-Fahrer.

Während der Coup am 18. Januar an der Glück-Auf-Straße noch echt gewesen sein soll, soll drei Wochen später der nächste Überfall ein echter "Fake" gewesen sein - denn ein mutmaßliches Opfer soll dabei angeblich eiskalt geschauspielert haben.

Sechs Männer sind angeklagt

Geht es nach einem der sechs Angeklagten, dann war der Fahrer des Tobaccoland-Transporters, der am Morgen des 8. Februar 2018 an einer Tankstelle in Dortmund-Huckarde überfallen worden ist, ein eingeweihter Mittäter. Im Vorfeld des Coups habe man mehrfach mit dem Fahrer über einen inszenierten Überfall gesprochen, gab der 25-jährige Angeklagte am Montag vor dem Bochumer Landgericht zu.

Fahrer wollte angeblich Traumhochzeit finanzieren

"Am Ende hat er uns sein Wort gegeben, dabei zu sein", so der Angeklagte weiter. Angeblich sei der Fahrer scharf auf ein paar Extra-Euro gewesen, um sich damit seine Traumhochzeit zu finanzieren. Als er am 8. Februar gegen 5.30 Uhr auf den Fahrer zugelaufen sei, habe der Mann "geschaupielert, dass er erschrocken ist". Hintergrund war, dass man ja ganz genau gewusst habe, dass das Gelände der Tankstelle kameraüberwacht ist. Von den 12.000 Euro Beute seien dem überfallenen Fahrer kurz danach 6000 Euro über einen Freund übergeben worden.

In Hervest 11.700 Euro und Zigaretten im Wert von fast 24.000 Euro erbeutet

Neben weiteren Überfällen in Dortmund und Waltrop war im Januar ein Fahrer eines Zigaretten-Transporters vor seiner Wohnung auf der Glück-Auf-Straße mit einer Pistole bedroht und gezwungen worden, auszusteigen. Die Täter plünderten laut Anklage den Fahrzeug-Tresor mit 11.700 Euro Bargeld, erbeuteten zudem Zigaretten im Wert von fast 24.000 Euro.

In einem von den Ermittlern abgefangenen Handy-Chat-Verkehr gaben sich die Angeklagten nach den ersten erfolgreichen Coups größenwahnsinnig. Der 25-jährige Angeklagte tönte einmal: "Wir machen noch Millionen." Alle sechs Angeklagten sind weitgehend geständig.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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