Prozess wegen Mordversuchs am Landgericht Essen

Angeklagter gibt Stiche auf 16-Jährige zu

Essen/Dorsten - Ein unfassbarer Mordversuch beschäftigt seit Montag (26.2.) das Essener Landgericht. Ein 20-jähriger Dorstener hat zugegeben, eine 16-jährige Bekannte niedergestochen und lebensgefährlich verletzt zu haben. Dazu will er von seiner mitangeklagten Ex-Partnerin angestiftet worden sein.

Der 20-jährige Dorstener war erst im April 2017 aus der Haft entlassen worden - nach über drei Jahren. Seine spätere Partnerin hatte er in einer Diskothek kennengelernt, war dann schnell bei ihr eingezogen.

Von Ex-Partnerin angestiftet

Gleichzeitig hatte er allerdings auch Kontakt zu der 16-jährigen Jugendlichen aufgenommen, die er von früher kannte. Als das herauskam, soll er von seiner Partnerin vor die Wahl gestellt worden sein. "Sie hat wörtlich zu mir gesagt: Entweder bringst du sie binnen zwei Tagen um oder ich mache es", sagte der 20-Jährige zum Prozessauftakt vor dem Essener Landgericht.

Und dann habe er es halt gemacht - aus Liebe. Es war der Abend des 4. September 2017, als er die 16-Jährige zu einem Treffen auf den Schulhof einer Dorstener Grundschule lockte. Dabei sei es zu einem kleinen Streit gekommen. "Als sie gehen wollte, habe ich sie an der Schulter gepackt, umgedreht und zugestochen", sagte der Angeklagte den Richtern. Der erste Stich sei in die Schulter gegangen, der zweite in den Bach, der dritte in den Kopf." Die 16-Jährige sei auf die Knie gesunken und habe sich nicht mehr bewegt. "Ich habe keinen Puls mehr gefühlt", so der 20-Jährige. "Dann habe ich Panik gekriegt und bin abgehauen."

Blutige Kleidung verbrannt

Seine blutige Tatkleidung habe er in einer Kiesgrube verbrannt, das Handy des Opfers im Kanal versenkt. Seine mitangeklagte 27-jährige Ex-Partnerin will sich im Laufe des ersten Verhandlungstages ebenfalls zu den Vorwürfen äußern. Beide Angeklagte sitzen in Untersuchungshaft. Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen Mordversuch.

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