Rad-Touren

"Tour de Buur" führt Radfahrer zu Bauernhöfen und Selbstvermarktern im Dorstener Norden

Landwirte und Direktvermarkter wollen den Dorstener Norden attraktiver machen: Auf der "Tour de Buur" können Radler bei acht geführten Radangeboten Landleben besser kennenlernen.

"Tour de Ruhr", hieß in den 1980er-Jahren eine erfolgreiche WDR-Serie über eine Familie, die mit dem Rad den Ruhrpott erlebt. Das war gestern. Heute heißt es: "Tour de Buur". Unter diesem Titel bieten künftig gut 25 Landwirte, Direktvermarkter und Heimatvereine aus Lembeck und Rhade acht Rad-Themenrouten an. Ziel: Den ländlichen Raum im Dorstener Norden als Freizeit- und Naherholungsgebiet zu stärken und gleichzeitig den Bürgern hautnahe Einblicke in die moderne Landwirtschaft zu bieten.

"Wir haben dafür ganz bewusst den plattdeutschen Begriff Buur für Bauer gewählt", erklärt Initiator Hubert Krampe. Der Rhader ist einer der Landwirte, die ab März ihren Hof für radelnde Besucher öffnen. "Ich sehe immer wieder Radfahrer an unserem Hof vorbeifahren, ohne dass sie wissen, was bei uns so alles passiert." Deshalb wird demnächst bei den gebuchten Hofführungen sowohl seine riesige Biogasanlage als auch die hochmodernen Rund-um-die-Uhr-Melkroboter präsentieren. "Die Landwirtschaft hat sich verändert", betont er. "Wir aber haben versäumt, die Menschen auf diesem Wege mitzunehmen."

Verschiedene Oberthemen

Die Radrouten stehen unter verschiedenen Oberthemen. "Außerdem bieten wir in Absprache mit interessierten Gruppen individuelle Wunschrouten an", sagt Landwirt Bernd Lienemann, der auch Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Lembeck ist. Er ist einer der zehn ausgebildeten "Agrarscouts", die die jeweiligen Rad-Gruppen begleiten.

Ein Audioguide-System für unterwegs ist ebenfalls im Preis (ab 15 Euro pro Person, inklusive Snacks oder Kaffee und Kuchen, Schulklassen: 5 Euro pro Schüler) enthalten. Die gemütlichen Touren dauern vier bis fünf Stunden, zwei bis drei Betriebe werden in dieser Zeit angefahren, die Strecken variieren zwischen 20 und 25 Kilometern. Für Einzelpersonen und Familien gibt es feste Termine (jeweils samstags ab 13 Uhr), größere Gruppen und Vereine können freie Wunschtermine absprechen. Mindestteilnehmerzahl: acht bis zehn Personen.

Folgende Themenrouten gibt es:

Die Lembecker Landwirtin Regina Böckenhoff betont besonders, dass es sich bei Tour de Buur um ein Angebot handelt, das alle Altersgruppen anspricht. So können jüngere Kinder bei vielen der angebotenen Terminen durch zwei Landfrauen und ausgebildete Bewegungs- und Bauernhofpädagoginnen auf einem Bauernhof betreut werden und dort spielerisch alles rund um die Landwirtschaft erfahren, während die Eltern mit den Agrarscouts unterwegs sind.

Zahlreiche Förderer

"So ein Projekt lässt sich natürlich nicht allein durch eine Gruppe motivierter Landwirte stemmen", sagt Hubert Krampe. "Eine wichtige Unterstützung finden wir durch das Landesförderungsprogramm Vital-NRW, das genau diese Art von Projekten durch eine Anschubfinanzierung unterstützt." Mit Jens Niermann aus Rhade gab es im zuständigen Landesministerium einen engagierten Ansprechpartner. Die Fördersumme beträgt rund 60.000 Euro über drei Jahre, dazu gibt es Sponsoren (Raiffeisen Hohe Mark, Windor, die hiesigen Volksbanken und die Sparkasse Vest).

Auf der Grünen Woche

Lea Hildebrandt, die Regionalmanagerin von "Vital.NRW-Hohe-Mark", stellt die "Tour de Buur" übrigens derzeit auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vor. Projektträger und Mitfinanzier ist übrigens der Landwirtschaftliche Kreisverband Recklinghausen. Dessen Vorsitzender Friedrich Steinmann macht deutlich, dass man bei dem Projekt vor allem die Menschen aus dem Ruhrgebiet und aus Münster erreichen wolle. "Eine Studie hat gezeigt, dass 60 Prozent der Städter noch nie einen Landwirt persönlich kennengelernt haben."

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