Schließung der Wichernschule

Über 1.000 Unterschriften für Bürgerbegehren gesammelt

Dorsten - Mehr als 1.000 Unterschriften hat die Initiative für das Bürgerbegehren zum Erhalt der Wichernschule im Marienviertel seit Freitag (14. August) bereits gesammelt. Und ist damit ihrem Ziel in allerkürzester Zeit ein großes Stück weit nahe gekommen, 3.600 zur Durchsetzung ihres Bürgerbegehrens in Dorsten zusammenzubekommen.

Soll der Teilstandort Bismarckstraße 187 der Augustaschule, die Wichernschule, in Dorsten auf Dauer erhalten bleiben? Mit dieser Frage setzen sich zunehmend mehr Bürger auseinander. Denn sie werden mit dieser Frage im ersten Dorstener Bürgerbegehren konfrontiert. „Wir haben seit Freitag (14. August) an die 1000 Unterschriften gesammelt“, sagen Jennifer Schug, Friederike Haase und Nadine Zawada.

Die Drei stehen stellvertretend für Eltern im Marienviertel, einem Quartier zwischen Holsterhausen und Hervest, die gegen den Ratsbeschluss vom 17. Juni sind und dagegen vorgehen. Danach soll die Grundschule ab dem kommenden Schuljahr keine neuen Eingangsklassen mehr bilden dürfen. Stattdessen soll die Grundschule laut Ratsbeschluss aufgelöst werden. Das Förderschulzentrum der Von-Ketteler-Schule an der Bismarckstraße kann die frei werdenden Räume gut für ihre Kinder gebrauchen. Sie werden derzeit in Containern unterrichtet.

Die Wichernschule in dem Hervester Viertel wurde kraft mehrheitlicher Politikerentscheidung im Rat am 17. Juni zum Auslaufmodell erklärt. Das stoße vielen Bürgern sehr sauer auf, meint Jennifer Schug aus Gesprächen bei der aktuellen Unterschriftensammlung erfahren zu haben.

Bei einem Bürgerbegehren müssen die Initiatoren zudem bestimmte Formalien beachten, wenn sie entschlossen sind, einen Ratsbeschluss zu kippen, weil sie ihn für falsch halten. Dazu zählen eine präzise Fragestellung („Soll der Teilstandort Wichernschule erhalten bleiben?“), aber auch Argumente, die aus ihrer Sicht für ihr Anliegen sprechen. Im Fall der Wichernschule verweisen die Bürger darauf, dass in Dorsten als Flächenstadt (die größte im Kreis Recklinghausen) angesichts sinkender Schülerzahlen weitere Grundschulstandorte gefährdet seien. Sie fragen potenzielle Unterzeichner ihres Begehrens deshalb: „Wollen wir als Dorstener unsere kleinen Grundschulstandorte erhalten?“

Erhalt kostet 150.000 Euro/Jahr

Die Stadt ihrerseits verweist auf die Kosten, die der Nothaushaltskommune durch den Erhalt des Schulstandortes Wichernschule entstünden: „Jeder, der sich für den Erhalt der Wichernschule ausspricht, spricht sich damit unweigerlich auch für einen Ersatz der Sparmaßnahme in Höhe von rund 150.000 Euro aus“, schreibt Bürgermeister Tobias Stockhoff in seiner Facebook-Offensive "Wichernschule - der Faktencheck".

Die Bürger indes sind auf Facebook ebenfalls nicht untätig geblieben und halten dort Unterschriftenlisten für ihr Bürgerbegehren zum Download bereit und informieren in ihren Gruppen über den Sachstand. Die Unterstützer gehen von Haus zu Haus, werden die Unterschriftenlisten aber auch öffentlich auslegen oder an Informationsständen bereithalten. Bis zum 12. Oktober haben sie Zeit für ihre Sammlung und die Durchsetzung ihres Begehrens. Der Rat stimmt dann darüber ab, ob er dem Bürgerwillen folgt. Folgt er dem nicht, ist ein Bürgerentscheid die nächste Konsequenz.

Rubriklistenbild: © Foto: Claudia Engel

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